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Lokal kann nicht digital

Das hier aufgeführte Video ist kein Beispiel für Qualität. Eher für das Gegenteil. Und es ist leider wieder ein Mal das Beispiel dafür, das “Lokal” kein “digital” kann. Zumindest, was die Heidenheimer Zeitung angeht. Und es lässt sich noch trefflich darüber streiten, ob man das jetzt gut findet, oder nicht. Die Geschmäcker sind ja verschieden.

Erstaunlicher ist schon, dass das nicht kritisierbar ist. Oder: Nicht kritisiert werden soll. Wenn sich, wie das Sveamädchen, jemand hinsetzt und ihre Enttäuschung über das “Niveau”  des Video-Kanals deutlich macht, wäre das doch allemal eine Reaktion der Redaktion wert. Aber die kommt nicht. Im Gegenteil: Die ehemaligen Mitarbeiter der Noise-Redaktion werden als “Nestbeschmutzer” bezeichnet. Und: Man habe die ewige Ablästerei satt. Aha, daher werden also die kritischen Kommentare nicht freigeschaltet. Na, dann…

Immerhin hat Verlegersohn Martin Wilhelm noch Zeit, ein “Is scho recht sagt der Bayer da” in die nicht stattfindende Diskussion auf dem facebook-Kanal einzuwerfen. Mehr kommt nicht. Im Gegenteil: Auch hier werden missliebige Kommentare, diesmal von den eigenen Kräften, schnell aus dem Netz genommen.

Das kleine Schiff der Heidenheimer Zeitung in der großen digitalen Welt hat es wahrlich schwer. Man bloggt sich den Frust aus dem Redaktionsalltag (wenn auch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit), man schubst die Nachrichten in den twitter-Stream und in den facebook-Kanal. Das Jugend-Magazin Noise ist online, man hat einen Video-Kanal. Und dann wird man auch noch kritisiert? Kann nicht sein, oder?

Nun, vielleicht hat es was mit Qualität zu tun. Oder damit, dass man diese digitale Welt nicht so ernst nimmt. Nicht so, wie es etwa der Kollege Christian Jakubetz sagt. Oder andere Lokalzeitungen, die sich vielleicht auch schwer tun, aber es immerhin mit der Qualität ernst nehmen. Oder mit dem Dialog. Das wäre ja auch schon mal etwas.

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