Begegnungen Veranstaltungen

Danke, Barcamp Ruhr!

24. März 2019

Ein ganz kleines und leuchtender Bestandteil des wunderbaren „Unperfekthaus“ in Essen.

Die agile Organisation der DB Systel, das sehr kluge Aufschlauen bei Romy über Pinterest, die fünf Sprachen der Liebe, die Komplexität, das durchaus andere Strukturieren von sehr schlanken Webseiten und schließlich das sehr interessante „Barcamp to go“ von Berthold waren am Ende die Sessions, auf die ich beim Barcamp Ruhr (#bcruhr12) wirklich Lust hatte. Das war schön nach einer Zeit der Barcampmüdigkeit. Und einer der Klassiker, eben das #bcruhr12, erweckte mich wieder. So weit, dass ich sogar Lust hatte, wieder eine eigene Session, sogar vorbereitet, zum Thema „Netzwerk aufbauen“ anzubieten.

Das Ergebnis eines guten Barcamps ist ja sogar anstrengend. Weil es nämlich die Gehirnzellen ordentlich in Bewegung bringt, vielfältige Impulse liefert, die Fläche und der Ort für meist gute Gespräche ist. Und eigentlich ist der von vielen Barcamp-Besuchern „befürchtete“ Barcamp-Blues nichts anderes, als die anstrengende Bewegung der Synapsen, die nicht nur die vielen menschlichen Begegnungen, zumeist sehr lieb, verarbeiten müssen,  und gleichzeitig die intellektuellen Anregungen zu bewältigen. Eine liebenswerte Anstrengung also.

Gleichwohl ist es gut, etwa mit der sehr guten Session von Berthold Bart zum Thema „Barcamo to go“, dieses besondere Barcamp-Feeling in den Alltag hinein zu holen. In das konkrete Arbeitsleben. Ob nun „New Work“ genannt, oder nicht, wir erleben glücklicherweise immer häufiger andere und bessere Ansprüche an die Arbeit. Und das, was gute Barcamps bieten, sind ein guter Beginn. Die in vielen Fällen schlank organisierten Camps bieten schon allein in ihrer Struktur genau das: Haltung, Gleichberechtigung, Einsatzwillen, Gespräche auf der leider sprachlich viel strapazierten Augenhöhe. Das Ergebnis, wiederum anstrengend: Diese Ideen auch an den eigenen Arbeitgeber heran zu tragen, zu initiieren, schlichtweg anzuschubsen.

Dass es gelingt, Barcamps zu einem besonderen Ereignis werden zu lassen, liegt häufig auch an den Orten, an denen sie stattfinden. Dem Essener Unperfekthaus gebührt seit vielen Jahren dabei ein besonderes Lob. Haltung, Klarheit, Freundlichkeit, Service-Orientierung, und die besondere Liebe der Gestaltung des Hauses und des Interieurs sind wichtige Aspekte. Ach, und die gnadenlos gute Küche. Genauer: Wer an beiden Tagen des Barcamps am Abend nicht heraus rollt, sollte sich über seine Essgewohnheiten Gedanken machen. Da stimmt was nicht. Den Initiatoren des Unperfekthauses, den Machern, den Mitarbeitern: Ihr seid die besten!

Obligatorisch.

Die ein ganz klein wenig noch besseren sind die Teilgeberinnen, die sich an diesen Tagen auf gute Gespräche eingelassen haben, sie engagiert und gern auch lustvoll geführt haben. Wunderschön: Menschen, die sich mehr und mehr den Barcamps öffnen, von ihnen profitieren. Und dann die guten und besten Freunde, die man gern wiedergesehen oder vielleicht auch gefunden hat. Ehrliche Menschen, so wichtig! Erneut: Danke an alle Teilgeberinnen, an die großartigen Sponsoren, die fleißigen und wunderbaren Organisatoren für dieses Wochenende! Es war tatsächlich ein Fest.

cdv!

Nachbetrachtung: Nach nunmehr fast zwei Wochen ist es mehr als traurig, wenn von mehr als 200 Menschen nicht mehr Beiträge für dieses Barcamp zusammen kommen. Und es spricht leider auch für das nachlassende Netz, für die immer häufiger nachlassenden Teilgeberinnen, und immer weniger für das Format. Vielleicht noch als Freundestreffen; als Bestandteil der Netzkultur immer weniger.

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