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#GesäuselundGenörgel

19. Mai 2016

Ach, ihr seid doch bescheuert. Da freue ich mich über zwei Rubriken, unter denen ich schreiben will, und dann passt das auch nicht. Ihr seid selbst schuld. Here we go.

Meisterstück

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ruft eine Kampagne ins Leben: #Meisterstück. So sollen Leser per Twitter oder Facebook herausragende journalistische Beiträge kennzeichnen, um auf den hervorragenden Qualitätsjournalismus hinzuweisen. „Wir möchten diesen Werken eine zusätzliche Bühne bieten und zeigen, was Journalistinnen und Journalisten leisten.“, heißt es in der Presseveröffentlichung des Verbandes.

Wie so häufig in dieser Welt hat der gut gemeinte Hashtag ein kleines Pferdefüßchen. Etwa darum, weil viele der „Sahnestücke“ im Netz gar nicht gefunden werden können. Entweder stecken sie hinter einer Paywall, in vielen Fällen stecken gute Print-Stücke gar nicht mal im Netz, weil die Verlagspolitik das anders will. Gute Stücke gibt es immer mal wieder, doch die meisten der 340 Tageszeitungen in Deutschland möchte das mit dem Internetz noch gar nicht wirklich. Zu gut leben sie noch immer vom Papier und damit in den alten Strukturen. In nahezu allen Fällen verwalten die dort vorhandenen Online-Redaktionen die „Papier-Stücke“ im Netz. Von Online-Journalismus kann in geschätzt bis zu mehr als 90 Prozent der Beiträge nicht einmal die Rede sein.

Vermutlich verpufft also der Hashtag „Meisterstück“ im sehr kurzlebigen Twitter- und Facebook-Gedöns. Eine Bühne haben sehr gute Stücke allemal verdient. Aber dann muss sich der BDZV etwas anderes ausdenken.

An den Nutzer denken

An wen, bitte? Lina Timm, Program Manager des Media Lab Bayern, das Innovationen und Startups im Journalismus fördert, hat auf der Plattform „Vocer“ den Journalisten einiges ins Stammbuch geschrieben. Insbesondere der Ausbildung der Journalisten. Nein, der oder die muss nicht alles lernen. Verstehen wäre schon gut. Also nicht nur „schönen Journlismus“, sondern der, der den Nutzerinnen und Nutzern tatsächlich nutzt. Etwa dann, wenn sie, wie heute alltäglich, mit ihrem Smartphone unterwegs sind. Für jene Redakteurinnen und Redakteure, die alltäglich das bekannte Format Papier befüllen, eine Herausforderung.  Schöner Text von Lina, lässt sich gut lesen.

cdv!

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