Begegnungen

Neue Erfahrungen beim Barcamp Dangast

8. September 2019

Da sitzt man als 56-Jähriger in der letzten Session, um reihenweise kleine Bauklötzchen zu staunen. Was als „Blick über den Tellerrand“ zu einer Asienreise angekündigt war, entpuppte sich als ein lebendiger Austausch von Pia, Marty und Liv über eine einjährige Reise in viele Kontinente, ein Jahr Schüleraustausch in Südafrika und eben jene neunwöchige Reise nach Asien. Die Berichtenden: Unter 20 Jahre alt und gerade Mal Mitte 2o Jahre alt. Nur eine der vielen hervorragenden Sessions beim dritten Barcamp Dangast an einem der besten Barcamp-Locations, dem Weltnaturerbe-Portal direkt an der Nordseeküste. Initiiert und organisiert von enera trafen sich eine Reihe von bekannten und neuen Gästen, um an zwei Tagen in diesem Format voneinander zu lernen.

Ein besonders bunter Themen-Mix

Die Themen des offenen Barcamps bunt wie ihre Teilnehmerschaft: Von Human Centered Design über Möbelherstellung, nachhaltiger Pferdehaltung, Podcast, Bienenzucht, der Suche nach Arbeit, bis hin zu Unternehmenskultur, Elektromobilität und Yoga im täglichen Alltag. Schön, mit Sessions zu Digitaler Strategie und Netzwerk beitragen zu können. In der bekannt offenen und sehr freundlichen Kultur staunten insbesondere die Neulinge erneut, wie unkompliziert das Miteinander und das Lernen in diesem Barcamp-Format gelingt. Was mittlerweile nicht mehr fehlen darf: Die Schwimm-Session, bei der ein kleiner bekloppter Haufen Menschen in die durchaus frisch temperierte Nordsee hüpft. Herrlich! Ein kleiner Einblick ist auf Twitter unter dem Hashtag #bcDAN19 möglich.

Das nunmehr zum dritten Mal veranstaltete Camp zeigt für sehr erfahrene Besucher einige Besonderheiten an dieser ohnehin schon besonderen Location. Selten sind besonders die „Newbies“ so schnell bereit, mit ihren Themen als Programmgestalterinnen beizutragen. Dadurch entsteht tatsächlich jedes Jahr in gewohnt kurzer Zeit ein Session-Plan mit erfrischend neuen Themenvorschlägen, der sich sehr von anderen Camps unterscheidet. Es war nicht verwunderlich, dass dies nun auch zum dritten Mal in dieser erfrischenden Weise funktionierte.

Gleichwohl birgt diese Zusammensetzung ein kleines Manko, das auch bei anderen Camps zu beobachten ist. Während Barcamps ursprünglich aus der digitalen Szene entstanden, ist nun bei vielen Besucherinnen nicht nur eine völlig andere Mediennutzung vorhanden als noch vor vielen Jahren, sondern insbesondere in Dangast auch wahrnehmbarer Anteil an Teilgeberinnen, die im Netz nur sehr wenig unterwegs sind.

Ein Manko deshalb, weil zwar deutschlandweit die Zahl der Barcamps durchaus noch steigt, nicht aber die Teilgeberinnenzahl besonders bei vielen kleineren Camps. Immer weniger Blogger und immer weniger Twitter-Nutzer, einst die Garanten für die Verbreitung im Netz, berichten vor, während und nach den zwei Camp-Tagen davon. Schon die Vernetzung untereinander während der zwei Tage ist spürbar weniger als noch vor einigen Jahren. Das Ergebnis: Weniger Teilgeberinnen. Während lang bekannte und besonders beliebte Camps in Deutschland davon noch nicht so viel wahrnehmen und noch immer sehr schnell ihre Tickets verkaufen können, schwächelt das ein oder andere kleine Format etwas vor sich hin. Den Initiatoren in Dangast ist das durchaus bewusst; und es gab schon während der Feedback-Runde am zweiten Tag erste Vorschläge, das für das nächste Jahr im Auge zu behalten.

Eine neue Generation mit ihren Themen

Am Ende der zwei Barcamp-Tage ist es für mich persönlich eine sehr angenehme Erfahrung, immer häufiger eine sehr junge, engagierte und kluge Generation zu erleben, die sich ganz anders und mit großer Vehemenz den Themen stellt. Es macht dann auch große Freude, gemeinsam mit ihnen ein Format zu erleben, dass durchaus noch immer eine viel größere Verbreitung finden kann.

cdv!

Schon nahezu traditionell ist der Abschluss nach zwei Tagen in der Strandbar unterhalb des Naturwelterbeportals in Dangast. Nicht immer regensicher, aber wunderschön.

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