cdv!

Warum “Fleischerei-Fachmesse”?

Für mich ein Synonym für jeden anderen Titel einer Veranstaltung, ohne den Fachleuten für Fleisch ans Fleisch zu wollen. Mein Credo seit Jahren ist, dass wir als Digitale unsere Nerdtreffen verlassen müssen, wenn wir andere für Digitalien begeistern wollen. Feuerwehr-Fachmesse, Fachmesse für Lackierer, denkt euch was aus.

Ein Absatz eines Blogposts, den ich in einem etwas anderem Zusammenhang vor fast genau einem Jahr schrieb. Und jetzt kommt der Lobo darauf? Hallo, war ich zu früh?

Fakt ist: Die re:publica bleibt weiterhin die wichtigste Konferenz für Digitalien. Sie entwickelt sich. So wie sich die Bewohner im Netz entwickeln. Es entsteht so etwas wie Normalität.  Dennoch hat der Lobo erneut recht: Machen. Noch immer. Und immer wieder. Und mit etwas mehr Dueck. Denn in einigen Bereichen sind die Gräben noch immer da. Sie werden zuweilen noch tiefer, wenn ich Christian richtig verstanden habe. Nico hat es richtig erkannt, dass es nunmehr einige Trecker braucht, um unsere Themen mit guten Ergebnissen weiter voran zu bringen.

Die Krakeelerei in einigen Fällen, was denn jetzt alles nicht mehr so gut sei, geht mir auf den Sack. Macht ihr mal eine Konferenz für 5000 Leute, dann reden wir weiter. Und sonst bleibt daheim und mutet den Hashtag. Natürlich gibt es Verbesserungspotenzial. Aber konnten wir nicht in jedem Jahr wieder aufs Neue staunen, was sich die Macher haben einfallen lassen? Dass sie zugehört haben? Und gemacht haben? Mit so viel Liebe?! Hey, wer mir auch nur eine Konferenz mit so viel Substanz , Netzwerkpotenzial und extrem hohem Flauschfaktor nennen kann, bekommt stante pede ein halbes Bier.

Wer am Ende enttäuscht war, muss sich fragen, ob er oder sie alles richtig gemacht hat. Die re:publica bietet doch alles: Sessions zu so vielen Themen, dass einem der Kopf dröhnen kann. Menschen, die man kennenlernen kann, fast ohne Ende.  Gespräche, Mett und Bier.

Fazit: Wir brauchen mehr Konferenzen dieser Art, dieser Qualität

Ihr findet etwas nicht gut? Macht es besser!

cdv!

Andere Meinungen:

Christian

Petra (wunderbar, diese Slideshow)

Bausparfuchs

Katja

Karsten

Ragnar

Ute

Kristine (1)

Kristine (2)

 

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Das ist schon deutlich: Franziska Bluhm, Chefredakteurin der Wirtschaftswoche Online, fordert in ihrem aktuellen Beitrag “mehr Action”. Die nun anstehende re:publica soll zu einem Start für eine größere Bewegung werden, damit sich im und für das Netz mehr zum Positiven ändert. Beim Rückblick auf das Geschehen seit der re:publica findet sie, dass zu wenig seither passiert ist. In Teilen gebe ich ihr vollkommen Recht. Insbesondere was die Politik angeht. Und wenn es um die Netzneutralität geht. Und denke dennoch, dass schon viel mehr passiert ist, dass wir es nur nicht immer sofort mitbekommen.

Wir erleben jetzt eine ganz andere Blogger-Generation als in den Jahren zuvor. Menschen, die ohne Nerd- oder Geek-Hintergrund sich einfach einer dieser Vorlagen im Netz schnappen, daran bauen, dann starten. Bin gespannt, was einige, die ich dazu eingeladen habe, zur re:publica sagen. Die kannten sie bis vor einem halben Jahr noch gar nicht. “Muss man dahin?” war die Standardfrage. Nö, muss man nicht. Man kann es probieren. Und dann entscheiden, ob man im nächsten Jahr wieder hingeht.

Bei meiner Arbeit für DocMorris habe ich in den letzten Monaten viele kleine Netzwerke kennengelernt. Die Menschen finden sich. Oder sie starten Aktionen, wie etwa Aleksander und seine Mitstreiterinnen mit den Blogger-Themen-Tagen unter dem Motto “#EinfachSein”. Wenn Bastian Hauck am Mittwochabend um 21 Uhr das Hashtag #dedoc in die Timeline wirft, finden sich wöchentlich zuweilen fast mehr als 30 Twitterer, die in einer Stunde einen munteren Austausch pflegen, Kontakte knüpfen, Kontakte pflegen und vertiefen.

Eng miteinander verbunden sind auch die, die etwa an Krebs erkrankt sind und ihre Blogs dazu nutzen, ihre Krankheit zu verarbeiten. Ohne große Aktion, aber immer mit einem wachen Auge auf die anderen sind immer wieder welche aus dem Netzwerk da, um sich gegenseitig zu stützen oder wieder aufzumuntern. Das Netzwerk lebt. Ähnliches gilt für die Blogger mit HIV. Sie kennen sich untereinander, und sind über mehrere Kanäle gut vernetzt.

Dass es allein in diesem Jahr 80 Camps in Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeben hat und geben wird, spricht auch dafür, dass sich das Netz erweitert und damit vielleicht auch besser strukturiert. Mehr Nischen- und Themencamps wie etwa das BleibGesundCamp oder das Healthcarecamp sind spannende Anfänge, die sich in den nächsten Jahren noch verfestigen werden.

Franziska hat Recht, wenn sie die Nominierung von #Aufschrei für den Grimme-Online-Award als bemerkenswert und gut einordnet. Das war ein richtiger Ruck, sowohl im Netz als auch in den klassischen Medien, somit in der breiten Öffentlichkeit. Ich denke nur, dass sich mehr Action derzeit noch nicht wirklich organisieren lässt. Oder einfach nur noch Zeit braucht. Wir müssen weiter daran arbeiten, die Offliner in vielen, vielen Gesprächen und Debatten von diesem Leben im Netz zu überzeugen.

Mich beeindruckt die Breite im Netz, wie zuvor beschrieben, gerade viel mehr. Daraus wird etwas werden, wenn es weiter in dieser Form wächst.

cdv!

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Das hat letzte Woche schon einige Freude bereitet; und kann es weiterhin, da ich ja vielen lieben und interessanten Menschen folge. Der FollowerFriday in etwas anderer Form, und eben nicht bei Twitter (weil das da so durchrauscht). Ihr wolltet noch einige Empfehlungen haben? Gern. Hier sind sie:

@50hz ist Djure Meinen. Der höchstsympathische Zeitgenosse gehört mit Sicherheit zu den Twitterern, denen ich am längsten folge. Der liebe und kluge Kopf ist mittlerweile auch Kommunalpolitiker und hat seit kurzer Zeit mit einem spannenden Projekt wieder ordentlich Tritt in die beruflichen Aktivitäten gefasst.

@danielrehn Ihr folgt ihm doch ohnehin schon alle! Nicht? Dann aber. Kennengelernt als Student, heute ein schwer beschäftigter Stratege in einer guten Agentur in Hamburg. Feingeist, Gin-Kenner, und immer fein gezwirnt, zusammen mit sehr viel Wissen in diesem Business, macht, zusammengerechnet: 2,03. Könnt ihr mir glauben. ;)

@beichstaedt ist Björn Eichstädt, ein wirklich schlauer PR-Kopf. Schön ist, dass er zusammen mit seiner Frau ein großes Faible (noch stark untertrieben) für Japan hat. Kochen kann er, mag Nintendo und viele andere Spiele. Und Film-Freak ist er auch. Ich schätze seine Meinungen.

@amendedestages ist Christian Bölling. Münsterländer Dick- und Querschädel. Lebt und arbeitet in München. Kann lange Strecken auf dem Fahrrad fahren. Irgendwie eine Leuchte, kann man nicht anders sagen. Hat Meinung. Einziges Manko: Er bloggt zu wenig.  Die alten Kämpen kennen noch seine geraden und feingeschliffenen Formulierungen. Und vermissen sie.

Nur Kerle? Mitnichten. Aber ohne Nichten.

@schroederkatrin Für mich ist sie die “Grande Dame” des Theaters. In Heilbronn lässt sie die Kollegen bloggen, twittert, was das theatralische Zeug hält, macht Plakate und Veranstaltungen. Sogar solche, in denen Twitterer auf die Bühne gelassen werden. Und sie macht das alles so gut! Die liebe Katrin ist ein Schatz, sie ist großartig.

@Quiddjes ist eigentlich Nicole. Und mehr wird nicht verraten. Nur, dass sie in Hamburg lebt; dass sie das Wasser liebt, viele Texte schiebt. Und, das mit dem BVB wollen wir hier an dieser Stelle mal gar nicht verschweigen. Fan? Ist sie. Klaro. Und liebens- und folgenswert ist sie auch.

@utestattplastik ist eine sehr liebe Kollegin, die ich in den letzten Monaten schätzen gelernt habe. Sie ist sehr verständig, hat viel Ahnung, viel Lebensfreude, sie kocht gern, sie tanzt gern. Großartig! Und ihr könnt ihr gerade unbemerkt folgen, weil sie nämlich im Kurzurlaub in Griechenland ist.

Ok, ihr folgt ihnen? Fein. Lest sie, und ihr werdet merken, dass sie liebe Menschen sind. Vielleicht ist es über Ostern ein wenig ruhiger, das geht euch ja fast ebenso. Das mit dem Folgen ist ja so eine Sache. Im schnellen Internet braucht es zuweilen Geduld. Habt ihr.

cdv!

 

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Es sieht nach systematischer Abzocke aus: Für 4,3 Liter Motorenöl für meinen Skoda Roomster stehen mehr als 30,- Euro pro Liter auf dem Rechnungszettel der Inspektion. Genauer: 129 Euro für 4,3 Liter Motorenöl. Skoda, so erklärt mir der sonst sehr kompetent wirkende Mann beim Autohaus Piper in Aachen, besteht auf der Verwendung dieser sogenannten Longlife-Öle. Sollte ich widersprechen wollen, würde der Wartungs-Zyklus runtergesetzt auf 10.000 Kilometer. Derzeit stehen Wartungen nur bei jeweils 30.000 gefahrenen Kilometern an. Ein Blick in dieses Internet offenbart, dass ich nicht der einzige bin, dem das sauer aufstößt.

Schon in den vergangenen Jahren habe ich mich immer bei den Autowerkstätten beschwert, wenn ich die Inspektionsrechnungen erhielt. Die Preise für das Öl waren schon immer so überhöht, dass es einer Sau grauste. Eine Volvo-Werkstatt in Norddeutschland fand daraufhin zu jedem Werkstatt-Termin einen 5-Liter-Kanister mit hochwertigem Motorenöl im Fußraum meines Wagens. Was sie damals noch zähneknirschend akzeptierten. In der Kundenakte meiner Mercedes-Werkstatt war mit dicker Schrift vermerkt: Kunde akzeptiert nur Öl-Kat-2. Reichte, war dann wesentlich günstiger.

Der ADAC kennt das Problem wohl, der NDR recherchierte einen Bericht dazu. Und fand in etwa die gleichen Belege, die heute jeder finden kann: Öl wird in den Vertragswerkstätten der Automobilmarken zu extremen Preisen verkauft. Im freien Handel finden sich Preise zu den vorgeschriebenen Ölsorten, die in etwa zwischen 6 bis 10 Euro pro Liter betragen. Vermutlich, so befand auch der NDR, kaufen die Werkstätten diese Ölsorten unter dem Handelspreis ein, da sie erheblich mehr davon benötigen, darüber hinaus wesentlich günstiger einkaufen können.

Mir ist hier nicht ganz klar, wer hier wem was vorschreibt: Die Automarke dem Kunden und dem Händler die Ölsorte. Gleichzeitig schreibt der Hersteller der Werkstatt vor, dieses Öl zu verkaufen und zu verwenden. Für meine Garantieleistung ist verbindlich, dass die vom Hersteller verwendete Spezifikation verwendet wird. Aufgrund eines Leasing-Vertrages bin ich dadurch an einen Vertragshändler gebunden.

Und wem bitte kann ich jetzt Wucher vorwerfen? Ich möchte das wahrlich nicht auf sich beruhen lassen, denn es betrifft ja nicht nur mich. Wer ist jetzt bitte dafür zuständig, diesen Preis-Wucher zu unterbinden? Ich kann mich eigentlich nur an die Vertragswerkstatt wenden. Ob ich mich da persönlich durchsetzen kann, ist dabei nicht die Frage.  Vielleicht gibt es ja mal einen Rechtsanwalt, der das klären möchte. Ihr seid eingeladen! ;)

Ach, und nebenbei: Dass mit diesen unwürdigen Preisen und der Durchsetzung beim Kunden auch die Marke beschädigt wird, versteht sich. Denke jetzt noch darüber nach, ob eine Automarke einfach mit einem überzeugenden Service (und den entsprechenden Preisen) bei mir punkten kann. Sieht gerade so aus.

cdv!

 

 

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Da ist sie wieder: Die Retweet-Kaskade. Meist an Freitagen. Pünktlich zum #FollowFriday. Es rauscht nur noch, weil jemand sieben oder acht Follower in einem Tweet empfohlen hat. Ich bin dabei. Was mich freut. Und harre der anderen sechs, die sich per Retweet bedanken. Und, nein, ich werde ihnen nicht folgen. Meist danke ich nur dem Menschen, der mich empfohlen hat.

Der #ff ist seit langer Twitterzeit eine Institution geworden. Es ist damit Tradition, Follower aus der eigenen Timeline anderen zu empfehlen. Was viel für diese liebenswürdige Twitterplattform spricht, weil es etwas den Geist widerspiegelt. Den der Offenheit, oder den der Transparenz. Den der gegenseitigen Liebenswürdigkeit.

Doch auch hier gilt wie in vielen anderen Bereichen: Viel hilft hier nicht viel.

Ich bin ohnehin sparsam geworden mit meinen Empfehlungen, im richtigen Leben genau so wie im digitalen. Kontakte herstellen, jederzeit; wirklich empfehlen eher sehr bedacht.

Viel zu selten, aber hier die jetzt sehr persönliche Vorstellung einiger Twitterer, die mir in jüngster Zeit ans Herz gewachsen sind:

@symbologisto Nicht gerade Viel-Twitterer, aber dafür sehr offen und menschlich. Uns eint nicht nur, dass wir demnächst gemeinsam die 100 Lebensjahre vollmachen, uns eint auch die Stadt, die Twittwöcher und die Schnitzeltestessen. Und vielleicht mal demnächst ein Bier  in kleinerer Runde. ;)

@chris2newz Höhö, Namensvetter. Sehr sympathischer Zeitgenosse auf mehreren Rädern. Getroffen auf dem Twittwoch, dem #bcruhr6 und beim Schnitzeltestessen. Denke, da geht noch mehr.

@carriewi Diese kleine süße Schnecke ist bezaubernd, wenn ich mir diesen Machismo erlauben darf, wahrlich. Schubst flugs nicht nur ein Blog hoch, das höchst spannend und interessant für alte Männer zu lesen ist, sondern kolumniert auch noch hier bei einer Singleplattform. Aller Ehren wert. Und folgenswert zugleich.

@mrskolumna Wahnsinn! Fleißig. Strebsam. Klug. Und mit ordentlicher Verve. Ihr Blog ist eine ebenso coole Nummer, das sich zu lesen lohnt. Ich glaube, das daraus Großes werden wird. Da bin ich mir ziemlich sicher.

@Julianforscht Ein frecher Bengel, allemal. Und nett. Noch dazu. Grätscht sich gern in jede Timeline, und ist dabei noch sehr sympathisch, der junge Mann. Und das Präsentieren lernt er irgendwann auch noch.

@malieseel Bezaubernd sind besonders ihre Augen, in die ich sehen durfte. Klug ist sie, fröhlich ist sie, guten Mutes. Kennengelernt auf dem #bcruhr6. Eine Bereicherung für das Leben.

@unepartie_demoi Was für ein netter Wirr-Kopf. Mit netten Locken. Ich mag ihren Einsatz, ihr Engagement für ihre Schüler, ihre Leidenschaft für das Theater, diese Selbstbestimmtheit.

@ManuMarron Die Frau ist echt ein Feger. Frech wie Rotz, eine Lache (…die andere sterben lässt), ein fürwahr bezauberndes Wesen. Der Humor: grenzwertig. Darum: genial.

Müsst ihr selbst entscheiden, ob euch die Twitter-Nasen gefallen. Aber dafür ist Twitter ja so gut.

cdv!

 

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Wir müssen weiter daran arbeiten, dass es in Zukunft gute Barcamps geben wird. Meine Erkenntnis des Barcamps Ruhr #bcruhr6 im Essener Unperfekthaus birgt auch einige Bedenken. Deutlich wurde mir dies im Rahmen der Session des bcruhr-Organisators Stefan Evertz zur “Zukunft der Barcamps”. Klar ist auch, dass es in Zukunft mehr Themencamps geben wird. Ein Grund mehr, die besondere Kultur der Barcamps zu pflegen, sie sogar auszubauen. Stefan hat dabei  deutlich gemacht, welche Ingredienzien dazu notwendig sind. Das #bcruhr ist gleichzeitig beredtes Beispiel.

Neben einer guten Vorbereitungsorganisation und der Versorgung mit gutem Essen (D’accord!) spielt die Location eine der wichtigsten Rollen für den Erfolg von Barcamps. Dabei vergleiche ich das Barcamp Ruhr sogar mit der re:publica. Das Unperfekthaus ist ein Traum. Die Station auch. Wenn man etwas daraus macht. Beide zeichnen sich nach meiner Meinung in der Detail-Liebe aus. Die Aufmerksamkeit und Sorgsamkeit der Locationbetreiber und der Camporganisatoren für ihr Publikum ist für viele vielleicht nur im Unterbewusstsein spürbar. Und tragen dabei zum Erfolg der Veranstaltung enorm bei.

Sessionräume unterschiedlicher Größen und Ausstattung sind dabei nur ein Teil. Denn das bieten viele Locations. Gleichzeitig Atmosphäre und Rückzugsräume für Gespräche von kleinen oder größeren Gruppen vorhalten zu können, ist ein wichtiger Aspekt zudem. Er sollte nicht unterschätzt werden.

Bedenken habe ich etwas, wenn es um das Organisationspersonal der Barcamps geht. Dabei meine ich nicht die vielen fleißigen Helfer, die sich nahezu immer finden. Die bestorganisierten Camps hängen an Initiatoren, die in den letzen Jahren viel Erfahrung gesammelt haben. Gelingt es jenen, diese Erfahrungen rechtzeitig an andere weiterzugeben? Finden sich Mutige, die an diese Erfahrungen andocken und die Camps weiterhin anzetteln und vorbereiten? Das ist mein Wunsch, aber auch die Aufforderung an die Erfahrenen, rechtzeitig und mit Umsicht ihren irgendwann verständlichen Rückzug vorzubereiten. Denen, die sich an die Camp-Initiierung trauen, müssen wir ohne eigene Interessen Unterstützung anbieten.

cdv!

 

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Christian de Vries
Christian Dingler 

Neben den Barcamps werden künftig auch die Blogposts über die Barcamp-Teilnahme wesentlich besser. Und nicht nur die. Das “gelobten” mehr als 60 Teilnehmer, die im Rahmen des #bcruhr6 im Essener Unperfekthaus an der Session “Schönerbloggen-Besserschreiben” von Christian (Dingler) & Christian (de Vries) teilgenommen hatten. Neben vielen technischen Tipps zum Aufbau eines Posts wurden auch Fragen zu Themen und Technik sowie zur passenden Literatur beantwortet.

Mit Themen ist das so eine Sache. Die wenigsten sind von Natur aus so interessant, dass man ihnen freiwillig ein paar Minuten seiner Lebenszeit opfert. Ein paar einfache Kunstgriffe machen allerdings auch das Stück zum sprichwörtlichen Sack Reis zu einer spannenden Geschichte.

Wie sollen also die Blogposts aussehen? Lesbar! Ohne Geschwafel über Anreise oder Küsschen oder Grüße. Das lässt sich anderweitig erledigen. Kommt auf den Punkt. Schnell. Und ihr werdet gelesen.

Kein Mensch liest freiwillig Besinnungsaufsätze oder Erfahrungsberichte, die einfach nur ohne erkennbaren roten Faden kreuz und quer durch die Thematik wabern. Die Kunst des Zuspitzens besteht im Weglassen. Zunächst alles das, was unwichtig ist. Vom Rest sucht Ihr Euch einen Aspekt aus und über den erzählt Ihr.

Der Titel

Kurz und knackig. Wenn der Titel schon vorher feststeht, den Text darunter schreiben. Sonst erst den Text schreiben. Wenn’s schwer fällt: Fünf Titelvorschläge auf ein Blatt Papier schreiben, eine Stunde ruhen lassen. Der beste wird sofort sichtbar. Der knackige Titel wird auch der Tweet, mit dem der Text promoted wird. Also: Krachen lassen!

Wenn Ihr gezwungen seid, über den sprichwörtlichen Sack Reis zu schreiben, gibt es eine Technik, die hilft, das Thema spannend zu machen. Dreht das Rad weiter. Gebt dem Thema einen “Spin”. Einige Aspekte eignen sich besonders gut für einen Spin:

Konfrontation: Umgefallener Sack Reis sorgt für schlechte Stimmung in China
Harmonie: Chinesische Familie versöhnt sich über umgefallenen Sack Reis
Wirtschaft: Jährlich Schäden von 1,5 Mio. Euro durch umfallende Reissäcke
Tradition/Geschichte: Schon die alten Römer nervten Geschichten über umfallende Reissäcke
Zukunft: Startup verspricht: Nie wieder umfallende Reissäcke
Nähe: Sack Reis im Essener Unperfekthaus umgefallen
Außergwöhnlichkeit: Sack Reis ausnahmsweise stehen geblieben

Der Teaser (Vorspann)

Das Wichtigste voran: Erkenntnis, Einsicht, Nachricht. Dann: Möglichst viele W-Fragen (wer, was, wann, wo, warum, wie) in den ersten Sätzen verpacken. Dann weiß der Leser worum es geht (siehe oben).

Ihr merkt schon: Das kann unter Umständen sehr plakativ werden. Nicht alle Spins geben auch eine vernünftige Geschichte ab. Die Technik hilft allerdings, das Thema weiter zu drehen und einen Aspekt zu finden, der es Wert ist, erzählt zu werden.

Der Text

Auch knackig. Aktive Formulierungen, kurze Sätze, nicht mehr als 14 Wörter pro Satz, wenn möglich. Mut zur wörtlichen Rede, gute Zitate sind Salz und Pfeffer jeden Beitrags. Der Leser klebt an den Lippen derer, die zitiert werden. Die Fakten übersichtlich präsentieren, gern per Spiegelstrichen oder Nummerierungen. Nicht immer lange erklären. Dafür gibt es Links.

Bei längeren Texten mag nicht nur die Suchmaschine Zwischenüberschriften. Der Leser dankt, weil es dem Text Struktur gibt.

Wenn es nicht nur um Fakten geht, könnt ihr Bilder und Situationen beschreiben. Führt den Leser in die Situation, die euren Anlass widergibt. Adjektive sind in dieser Situation Zucker. Beschreibt die Atmosphäre, das Drumherum. Schafft ein Bild.Erzählt von Menschen

Viele kennen aus dem Studium das Gefühl, sich durch einen Text quälen, ihn erarbeiten zu müssen. Das hat einen Grund. Abstrakte Sachverhalte sind sehr trocken. Sie fesseln, wenn überhaupt, nur absolute Fachleute. Was uns fesselt, sind Geschichten von echten Menschen. Erzählt also nicht die Geschichte “In Essen ist ein Sack Reis umgefallen” – was ich lesen möchte, ist “Stefan und Katja waren entsetzt, als sie am Morgen des 10. März einen umgefallenen Sack Reis im Lager des Unperfekthaus in Essen entdeckten.” Das mag jetzt ein sehr plakatives Beispiel sein, aber Ihr merkt – es funktioniert. Je nach Geschmack kann man auch weniger dramatisch formulieren. Sollte man vielleicht sogar.

Die Literaturhinweise und eine gute Zusammenfassung unserer Session hat Frank Bergmann parat: http://blog.hildwin.de/2013/03/10/bcruhr-blogger-lesen-tageszeitung/

Dieser Beitrag ist die Dokumentation unserer gemeinsam gehaltenen Session “Schöner Bloggen” auf dem Barcamp Ruhr.

Ein wunderbares Tool zur Textüberprüfung: http://wortliga.de/textanalyse/

Dank den Sponsoren GLS Bank, Wunderman, Denkwerk, TechSmith, Rheinschafe, Simyo, 9elements, LVQ, pixoona, lokalkompass.de, spontacts, immowelt.de, autonetzer.de, Kwiitsch.

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“Wir sind in der gleichen Gruppe. Und  ich würde mich freuen, wenn wir uns auch hier vernetzen.” Der Standard. Frau oder Mann, die da beim Netzwerk anfragen, sind mir völlig unbekannt. Es gibt keinen Anlass, nur den Einsammel-Wahn. Klick. Löschen. Weg. Den meisten Kollegen geht es genau so. Auch Ute Klingelhöfer, selbstständige Beraterin, die immerhin jetzt die Erfahrung macht, dass Menschen aus ihrem beruflichen Umfeld sie gern auf facebook kontaktieren möchten. Was sie bisher abgelehnt hat. Warum? Das überlegt sie auch gerade, und hat nach einer Diskussion mit mir und der Frage “Wie jetzt?”  gleichzeitig eine Blogparade gestartet.

Vernetzen? Wie, warum, mit wem, wo? Mal überlegen.

Twitter

Hier ist jeder gern willkommen. Der Account, mittlerweile mehr als fünf Jahre offen, ist über die Jahre stetig gewachsen. Mal mehr, mal weniger, auch mal wesentlich weniger, aber er läuft. Die Frage ist nun, wem ich folge. Etlichen beruflichen Kontakten, vielen interessanten Menschen, aus denen in einigen Fällen auch so etwas wie Freundschaft entstanden ist, einigen Themen-Accounts aus beruflichem Interesse, einigen aus Neugier, einigen aus purer Freude. In einigen Fällen ist mir das Zurückfolgen auch gar nicht so wichtig. Ich mag sie gern lesen. Was ich in den letzten Jahren schon immer gern gemacht habe: Den sehr netten Twitter-Menschen auch im richtigen Leben zu begegnen. Was immer mal wieder gelungen ist, und weiterhin gelingen wird. Das macht richtige Freude! ;)

facebook

Auch hier nahezu offen wie ein Scheunentor. Nun, nicht ganz. Es sollte irgendeine Beziehung zueinander geben, sei es um drei Ecken, einem Thema, oder auch hier mit der Aussicht, sich in absehbarer Zeit im richtigen Leben treffen zu können und wollen.  Ab und an werfe ich auch wieder jemanden heraus, weil das Leben sich verändert hat. Wer mir auf Twitter schon folgt und ich ihm oder ihr auch, hat gute Chancen, hier hineingelassen zu werden. Meine Konsequenz: Die ganz bösen Dinge in meinem Leben kommen nicht so wirklich hier vor, das liebste ist mir Vernetzung, am liebsten sind mir jene, die aktiv hier herumwerkeln. Nur gucken ist irgendwie etwas öde.

Google+

Macht mir immer wieder und im Moment wieder sogar zunehmend Spaß. Wo die ganzen Einkreiser herkommen, ist mir ein völliges Rätsel. Wenn ich jemanden entdecke, den ich in anderen Netzwerken schon kenne, kreise ich ein. Manchmal auch aus dem Stream heraus, der hinein gespült wurde; es haben sich sogar Kontakte daraus ergeben. Der latente Wunsch, dass das noch mal richtig groß wird, dieses technisch ziemlich geile Netzwerk, bleibt seit der ersten Nutzung. Und ich denke, dass es das wird.

XING

Sauber. Total. Nur nach vorheriger Kontaktaufnahme, nur  im richtigen Leben. Es gibt wohl nur zwei Ausnahmen in diesem Netzwerk, die ich jemals gemacht habe.  XING ist meine Visitenkartensammlung, nicht mehr, nicht weniger. Also immer schön die Kontaktdaten pflegen, damit ich euch erreichen kann.

Linkedin

Ein ganz klein wenig lässiger, aber hierbei gilt nahezu der gleiche Grundsatz wie beim deutschen Netzwerk.

Foursquare

Ich staune immer, wer da so kommt. Aber ihr dürft alle mitmachen. Es hängt einfach an meiner Laune. Wenn ich gut drauf bin, lasse ich euch rein. Wenn nicht, nicht. So ist das in diesem Leben.

Aufgrund meiner beruflichen Situation vernachlässige ich gerade massiv so supernette Netzwerke wie Instagram. Ärgert mich auch, wird sich auch wieder ändern. Gemach, gemach. Erstaunlich ist beim Blick auf die Netzwerke, dass es nicht mehr sind, wo ich mich gerade vernetzen will. Das oben beschriebene Sammelsurium ist der Kern, seit vielen Jahren. Andere Netzwerke haben mich in dieser Form bisher nicht überzeugt, oder ich musste oder wollte sie nicht nutzen. Und wenn ich etwas vergessen habe, reiche ich das nach.

Jetzt seid ihr dran! ;)

cdv!

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Die meisten Barcamp-Berichte sind langweilig! Anstatt den persönlichen Erkenntnisgewinn der Veranstaltung in den Vordergrund zu stellen, werden gefühlt mehr als 80 Prozent der Berichte mit dem begonnen, was nur die wenigsten interessiert: Der Anreise, der Location-Beschreibung, dem Dank an die Sponsoren, dem Treffen der Timeline. Alles nett, alles richtig, alles öde. Behauptung, subjektiv wahrgenommen, nicht belegt: Es sind langweilige Schulaufsätze.

Die ohnehin gerade wieder begonnene Diskussion über die Barcamp-Kultur (späteres Thema) mag nach meiner Meinung zu einem mehr oder weniger großen oder kleinen Teil auch daran liegen, dass wir es nicht schaffen, mehr und besser über das zu berichten, was die Camps so einmalig macht: Aus einem gemeinsamen Interesse etwas zu schaffen, miteinander zu teilen, uns gegenseitig zu inspirieren, Wissen miteinander zu teilen.

Wir lesen jeden Tag das Internet. Wir lesen alle viel. Und wir machen es uns mit diesen langweiligen Barcamp-Berichten gegenseitig nicht leicht. Nahezu jedes Mal muss ich mich erst einmal durch die vielen Dankeschön und die immer wieder gleichen (Bahn-)Anreisen quälen, um vielleicht am Ende noch etwas zu finden, wo es dann endlich im Kopf geklickt hat.

Vorschlag: Wir machen es so, wie es früher (und manchmal noch heute… ) die Nachrichten-Redakteure gemacht haben: Die eigentliche Nachricht voran. Dann die wichtigsten W-Fragen: wer, was, wie, warum, wo, wann. In einem Satz. Geht nicht? Geht. Probiert es aus.

Ersatzweise, bei etwas geringerer Erkenntnistiefe, könnt ihr immerhin Bilder liefern. Ich meine sprachliche Bilder: Beschreibt den Schweiß, der während einer Session fließt, die wunderbare Transpiration im Raum, die olfaktorischen Reize, denen man in kleinen Session-Räumen ausgesetzt ist, den mehr oder weniger wunderbaren Charme einer Camp-Location, um damit die Leser in das Thema hinein zu führen: In dieser Atmosphäre verstand ich endlich den facebook-Algorhythmus (nicht). :)

Ohnehin ist es beim Schreiben wie bei vielen anderen Dingen: Die Kunst des Weglassen. Die Konzentration auf das Wesentliche. Ihr arbeitet alle effektiv und effizient? Dann schreibt auch so. Nur eine Session auf dem Barcamp hat euch vom Hocker gehauen? Dann schreibt nur das, klemmt gern noch höflich den Dank an die Sponsoren darunter, das ist okay. Aber haut nicht alles in diesen einen Text. Macht aus einem vielleicht vier Texte. Viel mehr Arbeit macht es euch auch nicht, weil ihr dann nicht lange überlegen müsst, wie ihr alles unter einen Hut bekommt. Schreibt also vier Texte, die sich auf das jeweilige Thema konzentrieren. Denkt vorher fünf Minuten darüber nach. Dann geht’s.

Haltet eure Sätze kurz. Oder konsequent lang, wenn es euer Stil ist. Macht euren Stil. Aber macht es nicht langweilig, weil ihr Fakten beschreibt, die so alltäglich sind. Schreibt über euren wichtigsten Erkenntnisgewinn des Barcamps. Und macht damit eure Leser glücklich. Versprochen: Wenn ihr gut einsteigt, zwischendurch die Form haltet, dann werden euch eure Leser auch belohnen. Mit dem Lesen bis zum Ende. Dankeschön an die Location, an die Sponsoren, an die Orga, an die Welt, Twitter, facebook,…. Ihr wisst schon. Strengt euch an. :)

cdv!

 

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