cdv!

Ihr deutsch. Ihr doof!

Ihr seid Deutsche. Ihr seid doof. Das ist aktuell meine Gemütsverfassung.

Der Grund für meinen Blutdruck entzündet sich an der Kritik, die natürlich am heute veröffentlichten Projekt „Krautreporter“ auch schon online ist. Und angefangen hatte es mit Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, der in seiner ganz eigenen Art twitterte:

Obgleich ich ihn sonst wirklich schätze, stellten sich bei mir alle drei Nackenhaare hoch. Immerhin: Ich blieb noch ruhig, wenn auch schon leicht vibrierend.

Beim letzten Netzrundgang vor dem Verlassen der Redaktion entdeckte ich dann noch den Beitrag von Lorenz Matzat: Fünf Gründe, warum ich von dem Krautreporter-Konzept enttäuscht bin. SEO-optimal, mit Bindestrichen, geiler Titel. Und schreibt, dass er „Krautreporter“ abonniert hat. Ähem.

Und dann war es aus. Blutdruck. Enorm.

Merkt ihr eigentlich noch etwas?

Merkt ihr eigentlich den Zusammenhang? Warum wir in Deutschland in Sachen Digital nur so mittelgeil sind? Warum wir immer in diese Vereinigten Staaten von „Da geht alles ab…“ gucken? Ich sag’s euch:

Weil wir mit Abstand die besten Bedenkenträger der ganzen Welt sind! Geil, was?

Wie schon beschrieben, mag ich die Arbeit von Wolfgang eigentlich sehr. Ich halte ihn für einen der besten. Und ich schätze seine Konsequenz, wenn er die Teilnahme an Podiumsdiskussionen absagt, wenn nicht mindestens die Hälfte mit Frauen besetzt ist. Gleichsam finde ich es nicht gut, wenn jemand nur schwarz oder weiß kann. Weil die Welt nämlich auch grau ist. Weil sie sogar so ist, dass ein Sascha Lobo auf der re:publica zu einem Marsch durch die Institutionen aufruft. Ernsthaft? Ja! Der kauft nicht nur Domains. Der ruft auch noch dazu auf, was immerhin den Grünen später super gelungen ist. Und ich bin mir sicher, dass Sascha mittlerweile weiß, was grau ist.

Wir werden nie – nie – nie – nie zu Potte kommen, wenn wir nicht endlich anfangen. Glaubt ihr, den Machern der „Krautreporter“-Plattform ist es egal, dass derzeit so viele Kerle da die Gesichter in den Bildschirm hängen? Ich hatte sie gefragt, die Antwort war ehrlich und eindeutig: Wir arbeiten dran! Wir haben ohnehin schon den größten Behörden- und Steuerkram von allen europäischen Ländern an den Hacken, die jedem Startup so viel abverlangt, dass es gleich mal IHK-Kurse absolvieren muss. Und dann noch die allerbeste Netzmeckerei.

Wenn wir weiterhin immer alles korrekt, oberkorrekt und dann noch mal überoberkorrekt erledigen wollen, dann brauchen wir – ganz deutsch – endlich ein Formular. Weil das eigentlich die Krönung ist: Die ultimative Checkliste, um endlich ein Projekt in ganz anderen Dimensionen starten zu können. Frauenanteil? Check! Fair gehandelter Strom? Check! Schutz der Biber? Check! Minimaler Schadstoff-Ausstoß? Check! TÜV-Plakette? Check! Fair-Trade-Kaffee? Check! (Ohne Fair-Trade-Kaffee kann eigentlich in Deutschland gar kein Startup starten, das wisst ihr schon, oder?) Migranten? O, wir brauchen ganz dringend noch Migranten. Sonst geht es gar nicht. Check!

Und dass es dann noch bitte ganz deutlich wird, hier knallhart formuliert: Warum arbeiten eigentlich in diesem „Krautreporter“-Projekt keine behinderten Journalisten? DAS GEHT GAR NICHT! Also, einstampfen, einpacken, Ende, fertig.

Mir wäre es lieber, wenn wir mehr abwägen. Ja, es fehlen Frauen in diesem Projekt. Ja, es ist noch nicht wirklich hübsch. Ja, die Finanzierung muss noch transparenter werden. Ja, die Technik muss rundum laufen. Leuts, das wissen die doch auch. Die sind doch nicht doof.

Aber ok. Besser gleich niederschreien, rummäkeln, eine Online-Petition zur Einstellung aufsetzen, weil alles nicht korrekt. Und dann, so machen wir das immer, zur nächsten re:publica latschen und rumnölen, das hier in Deutschland nichts läuft. Damit Sascha was zum Schimpfen hat.

Geht klar! Geht sterben! Echt!

cdv!

Franziska fragt wenigstens, und meckert nicht wirklich. ;)

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19 Comments

  1. Sascha Theobald

    13. Mai 2014 - 20:32

    Vielen Dank für dieses klare Statement!

    Nichts gegen konstruktive Auseinandersetzungen. Aber das ständige Gemecker nervt einfach nur. Statt Ideen mit konstruktivem Input zu stärken und zu verbessern, wird hier einfach nur zerstört. So kommen wir keinen Schritt weiter.

    Die andere Seite der Medaille: Wir sollten die Macher (nicht nur die Krautreporter) aktiver unterstützen. Nur so können wir die Stimme der Bedenkenträger in ein anderes Licht setzen. Bleiben wir ruhig, wirkt ihre Stimme stärker.

    „Don’t let the noise of others‘ opinions drown out your own inner voice.“ (Steve Jobs)
    In diesem Sinne: Weiter. Machen.

  2. Daniel Rehn

    13. Mai 2014 - 23:03

    Unterschreibe ich alles bis auf eins:

    „Geht sterben“ ist zu hart. Dann lieber das englische Pendant „Get a life“, das die Meckerer noch mehr betrifft, wenn sie nur das Austeilen und sonst gar nichts haben.

    • cdv

      13. Mai 2014 - 23:08

      Und das sagt der, der etwas bitterschwer von der #rp14 zurück kommt? Hey! ;)

  3. Sebas

    13. Mai 2014 - 23:45

    Emmm, mit Verlaub, es sind die Krautreporter selbst, deren wichtigste Argumentationsgrundlage die Nörgelei am real existierenden Journalismus ist. Und dann präsentieren Sie eine Struktur, die genau eines der Probleme im Journalismus spiegelt – das Fehlen von Betrachrungswinkeln, weil die Macher eine sehr homogene Gruppe sind. Ich finde, das darf man kritisch anmerken. Es ist natürlich immer echt einfach, den Kritiker als Pöbler zu disqualifizieren.

    Man muss nur aufpassen, sich im selben Text nicht selbst gleich mit zu disqualifizieren. Denn wenn Sie wirklich glauben, dass Unternehmensgründungen in Deutschland überdurchschnittlich kompliziert seien, dann haben Sie noch nicht viele Unternehmensgründungen in anderen Ländern erlebt. Man könnte meinen, Ihre gesamte Argumentation, wenn sie sich auf so einen Nonsens stützt, sei wenig qualifiziert.

  4. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach

    14. Mai 2014 - 07:57

    Danke für das Lob. Und Unverständnis für die Kritik. Denn es gibt zwei bis drei Punkte (abgesehen davon, dass du gegen’s „Gassner’s Law“ http://www.usenet-abc.de/wiki/Team/GassnerSLaw verstoßen hast, womit eigentlich früher automatisch keine Diskussion mehr möglich wäre), die über den Tweet von mir, den du oben zitierst, hinausgehen. Den einen habe ich darum kurz nach dem Tweet auch gebloggt – kurz gesagt den Punkt, dass meine Erfahrung in den letzten 25 Jahren ist, dass mangelnde Vielfalt ein sehr präziser Indikator für die mangelnde Tragfähigkeit eines Konzepts ist. Nenn das deutsch. Ich nenne das den Wunsch, hin und wieder das Rad nicht neu zu erfinden, weil es schon mal jemand erfunden hat. Ein anderer ist, dass in den in diesem Zusammenhang dann immer hochgelobten USA ein solches Projekt gar nicht diese Nachlässigkeit gemacht hätte, nur gleiches vom gleichen zu machen. Denn meine Kritik ist ja explizit NICHT, dass da kaum Frauen bei sind. Sondern dass es „gleiches vom gleichen“ ist, also einfach echt langweilig und extrem unspannend. Wie Felix Schwenzel schreibt: für adipöse weiße Männer aus der Internetbubble mag das spannend sein. Und obwohl ich ein adipöser weißer Mann bin, finde ich genau das nicht spannend. Was ja nicht heißt, dass du oder andere nicht ein weiteres gleiches vom gleichen Magazin mögen werdet. Und zum Dritten geht es mir gar nicht um Krautreporter. Je mehr ich davon und darüber lese, je mehr die Macher dazu erklären, desto langweilier wird mir. Und dass das deinen Blutdruck steigen lässt, tut mir leid.

  5. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach

    14. Mai 2014 - 08:25

    Dank für das Lob. Knicks. Und leichtes Unverständnis für die Kritik. Denn mir scheint, dass du die zwei oder drei Punkte, um die es mir geht, übersiehst (abgesehen davon, dass du gegen Gassner’s Law verstößt, wodurch sich eigentlich eine Antwort verböte, aber seien wir mal nicht so). Zum einen, dass schon in dem von dir zitierten Tweet ja die Kernkritik steht: „gleiches vom gleichen“. Wie Felix Schwenzel schreibt: für adipöse weiße Männer aus der Internetzblase mag das ein interessantes Projekt sein, ich finde es jedoch langweilig, obwohl ich ein adipöser weißer Mann aus der Internetzblase bin. Magst du anders sehen (das mit spannend/langweilig), finde ich auch absolut ok. Aber ich persönlich finde gleiches vom gleichen eher so mittelinteressant. Zum anderen, dass – und darum bloggte ich ja darüber, um das noch mal etwas deutlicher zu machen – mir die Erfahrung der letzten 25 Jahre gezeigt hat, dass mangelnde Vielfalt ein sehr guter Indikator für die mangelnde Erfolgswahrscheinlichkeit ist. Ich bin nun mal jemand, der nicht so sehr darauf steht, jedes Mal das Rad neu zu erfinden, sondern sich bei Innovationen auch anguckt, was es schon gibt und was andere für Erfahrungen gemacht haben. Und zum dritten finde ich faszinierend, dass in den in diesem Zusammenhang immer als leuchtendes Beispiel kolportieren USA ein solches Projekt mit solchen Ambitionen und aus solch einer Szene in dieser personellen Zusammensetzung überhaupt gar nicht gestartet würde. Und das hat nichts mit irgendeiner „ach Gott, wir müssen auch noch faire Kekse haben“-Sache zusammen – sondern mit einer hohen Sensibilität für Markt und Zielgruppe. Was also stört dich daran, dass ich nicht Zielgruppe von Krautreporter bin, dass ich das, was ich von den Machern und über das Projekt lese, langweilig finde? Dass ich das sage?

  6. Achim

    14. Mai 2014 - 08:36

    Jup, dieses schwarz-weiß nervt schon ein bisschen. Man kann Dinge auch verändern. Auch von innen heraus. Es muss nicht alles direkt zerstört werden, nur weil einem ein Detail daran nicht passt.

    Problematisch: Braucht man die Krautreporter dann überhaupt? Kann man nicht auch den bestehenden Online Journalismus reformieren? Was ist mit Experimenten der taz, die flatter-Buttons und freiwillige Netz-Abos (in vom Abonnenten festgelegter Höhe) eingeführt hat, damit aber nur einen Bruchteil ihrer Kosten decken kann. War das nicht auch ein Versuch von der Werbung weg zu kommen? Warum funktioniert er nicht?

    Die Frage, die bei mir bleibt, ist ob ein Geschäftsmodell ohne Werbung (und den damit verbundenen „Optimierungen“) für Journalismus überhaupt möglich ist, oder nicht. Allein dafür wäre ein mittel-gutes Gelingen von Krautreporter völlig ausreichend.

    Wobei ich offen gesagt auch ziemlich angepisst wäre, wenn der Zugang zu Krautreporter hinterher nur mit irgendwelchen obskuren Apps möglich wäre… ;)

  7. Tapio Liller

    14. Mai 2014 - 09:00

    Moin, ich verstehe Christians Rant als eben das. Als Rant über das – auch von mir so empfundene – extrem hohe Nerv-Potenzial der in Twitterland herrschenden Nörgelitis. Ob das „typisch deutsch“ ist, keine Ahnung, aber wer nur ein bisschen beobachtet, was sich an der Schnittstelle zwischen Medien/Journalismus und Netz tut (oder oft auch nicht), kommt nicht an dem Phänomen vorbei, dass ein Projekt wie Krautreporter a) von den einen mehr oder minder kritiklos in den Himmel gelobt und b) von anderen wegen irgendwelcher Punkte als Schwachsinn/Quatsch/zum Scheitern verurteilt abgekanzelt wird. Und zwar obwohl NOCH NICHTS ZU SEHEN IST!

    Und gegen dieses Phänomen darf und muss man ranten. Man darf es auch typisch deutsch nennen, wenn es der Sache dient und das disqualifiziert den Rantenden (hier Christian) mitnichten als Diskussionspartner.

    Dieser Umgang mit Neuem, gerade auch mit selbstbewusst vermarkteten Ideen wie Krautreporter (sonst kommt das Geld nie zusammen!) zeigt Muster. Und das sind m.E. selten gute Muster. Es spricht aus diesen (nicht hier, sondern bei Twitter vor allem) Kommentaren der Neid, die Missgunst, Besserwisertum und Moralapostelei.

    Die Medien/Journalismus/Netz-Gemeinde wäre meines Erachtens gut beraten, Ideen und Initiative erstmal zu begrüßen und erst dann zu beurteilen, wenn es steht. Vorher den erhobenen Zeigefinger zu schwingen nützt nur dem, der sich dadurch überlegen fühlt.

    (Disclaimer: Ich hatte eigentlich beschlossen, mich dieses Jahr nicht aufzuregen.)

  8. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach

    14. Mai 2014 - 09:39

    Witzigerweise stimme ich dir, Tapio, in allen Punkten zu. Und finde das Projekt trotzdem langweilig und eher so mittelgut. So what? Und da rantet Christian. So what? Und so kommen wir vielleicht über die Zuspitzung zu einer abgewogenen Haltung. Wäre cool.

    Nur in einem sehe ich es anders: Wer eine erkleckliche Summe einsammeln will, muss und wird Fragen und Kritik ertragen. Und vielleicht finde ich ja, wenn es denn dann online ist, dass es nicht so langweilig ist wie ich dachte. Und nicht nur gleiches vom gleichen. Vielleicht abonniere ich es dann ja. Hab ja auch eine Tageszeitung abonniert und einen IP-TV-Sender. Aber mit den Erfahrungen meines mittelalten Lebens bin ich beim Teamsetup schon sehr skeptisch, dass etwas rauskommen kann, was ich abonnieren will. Darf ich das nicht sein, ohne euch zu nerven, Jungs?

  9. Stefan Vetter

    14. Mai 2014 - 10:17

    Stimme dir 100% zu. Nicht meckern. Machen!

  10. Klaus

    14. Mai 2014 - 10:51

    Kommentar
    „Leute, das wissen die doch auch. Die sind doch nicht doof.“
    .
    Wenn dem wirklich so ist, wieso machen sie es nicht besser?
    Drum: ich glaub‘ dies „das wissen die doch auch“ nicht. Es sei denn, die sind doof.

  11. Christina

    14. Mai 2014 - 11:38

    Kritik ist nicht immer nur unbegründetes Gemecker. In manchen Fällen ist sie durchaus konstruktiv. Zum Thema Krautreporter: Ein tolles Projekt, dass durchaus Potential hat. ABER bis heute fehlt mir noch die Einsicht, was genau eigentlich passieren soll. Die Vision ist schwammig formuliert. Das sind Visionen meistens. Wenn aber jemand Geld und Untersützung von mir möchte, dann sollte er mich schon überzeugen. Das tut Krautreporter aber leider bisher nicht. Im Moment sieht es für mich nach zwei Varianten aus: Entweder die Nummer wird richtig gut und ein wirklicher Ersatz für die aus so vielen verschiedenen Gründen verkommene Presse oder aber es wird ein werbefreier Abklatsch der HuffPo. Dazwischen ist einfach zu viel Spielraum. Ja, die teilnehmenden Journalisten sind wirklich gut. Keine Frage. Dennoch ist für mich persönlich nicht klar, wie die Themen ausgewählt werden, ob ich die Artikel lesen möchte etc. Eine genauere Beschreibung wäre hilfreich gewesen. Nichts zu tun ist sicherlich der falsche Weg. Einfach irgendwas zu tun aber auch.

  12. OliverG

    14. Mai 2014 - 11:45

    @luebue, danke für den Hinweis auf Gassner’s Law. Es war der Hauptgrund, warum ich hier angeklickt hatte. Man könnte diskutieren, ob es auch gilt, wenn eien Diskussion damit beginnt. An sich kann es dann nur noch besser werden, oder? (es sei denn, es driftet zu Godwin ab.)

    @cdv Also super hätte ich gefunden sowas wie „20 Journalistinnen, die ich den Kraurreportern empfehlen würde, anzusprechen, und bei Nr 19 habe ich (wasimmer)“

    Ranten ist ja schnuckeling. machen zählt.

    Ich hab ein Webprojekt, in dem überhaupt nur Frauen mitmachen (können). Warum ich es gründen musste, weiß ich auch nicht – (es nicht zu gründen, nur weil ich ein Mann bin, wäre sowas wie autoaggressiver Sexismus). -> Geekchicks.de ;) (absichtlich kein Link)

  13. Sonja Longolius

    14. Mai 2014 - 20:20

    In den USA wäre das mit den 20% Frauenanteil in entsprechenden Start-Ups nicht passiert. Auch und gerade deshalb sind „wir“ nur so mittelgeil beim Thema digital. Apropo, immer professionell freundlich bleiben (dazu gehört auch Kritikfähigkeit): Das kann man ebenfalls in den USA lernen. In diesem Sinne wünsche ich einen schönen (blutdrucksenkenden) Abend!

  14. Sue

    15. Mai 2014 - 13:27

    boah habt ihr Probleme……. und dann auch gleich noch Pauschalurteile ? Deutsch, dick, weiß, . . . . . gleich doof ???
    Ich bin dafür Männer wieder täglich zur Jagd zu schicken :) Vielleicht werden Kräfte, Fähigkeiten und Nerven dann wieder sinnvoll eingesetzt. So ein bisschen Überlebenskampf und Natur bringen manches wieder ins Gleichgewicht.
    Jetzt regt Euch mal wieder ab.

    Gruß Sue

  15. kalr

    17. Mai 2014 - 09:47

    Sie haben recht.

  16. sportinsider

    20. Mai 2014 - 10:35

    Kommentar

    Kritik an neuen Projekten sollte eine Selbstverständlichkeit sein. TV-Konsument Niggemeier kritisiert auch öfters das deutsche Fernsehen und einzelne Akteure. Bisweilen heftig. Da gibt es auch kein Biotop oder Welpenschutz.

    Bin mit zwei Schwestern aufgewachsen. Wir haben uns an manchen Tagen eine Tafel Schokolade zu dritt geteilt. Es fällt auf, diese Teilung funktioniert bei DAX Vorständen oder großen Sportvereinen in der Führungsetage nicht. Eine generelle stringente per Gesetz vorgeschriebene Frauenquote, egal ob in Politik, Wirtschaft oder in Vereinen, finde ich dennoch nicht gut. Aber es fällt freilich auf: Krautreporter hat sehr wenig Frauen auf dem Bildschirm.

    Noch ein paar Worte zum verschenkten Potenzial in puncto Marketing. Die generelle Ansprache an ein etwaiges Zielkundenpublikum ist schwammig. Es offenbart wenig Liebe zum Detail. Es wird dem Online-Journalismus ein Totenschein attestiert. Der Tenor: Die angestammten Verlagsredaktionen haben es nicht drauf. Andererseits wird mit der Referenz geworben, die Akteure vom Krautreporter Projekt arbeiten für die besten Redaktionen des Landes. Keine Probegeschichte, keine konkrete Vision (pfeif auf Helmut Schmidt seine Arzt Empfehlung), nichts richtig greifbares. Wie wird der Anteil Wort und Bild aussehen? Wie ist das 2. Jahr und 3. Jahr und 5. Jahr angedacht. Es soll doch sicher keine kurzatmige Sache sein, für die es nicht lohnen würde die Laufschuhe zu schnüren. Auch wenn es durch das Netz bereits durchdekliniert worden ist: Die einzige angebotene Zahloption Kreditkarte ist strategisch wenig klug. Da sollen 900.000 Euro eingesammelt werden und es gibt keine Alternativen. Keine klitzekleine andere Zahlungsmöglichkeit. Ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten des ersten Tages und den Abbrüchen bei Bestellungen. Organisatorisch muss so was vorher stehen.

    Projekte können gelingen. Projekte können scheitern. Bei Krautreporter ist der Ausgang offen.