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Tag "kommunikation"

Die aktuell verkündeten und einschneidenden Maßnahmen für das insolvente Unternehmen Schlecker sind dramatisch. Wahrlich kein Spaß, so viele Menschen wieder in den Arbeitsmarkt entlassen zu müssen. Insbesondere jene, die häufig auf das schmale Zubrot angewiesen sind.

Und, wie es der Spiegel arg deutlich schreibt, ist die brachiale Änderung auch ein deutliches Zeichen für das Management, das viel zu spät begriffen hat, sich ändern zu müssen. Leider ist es kein Einzelfall. Ich erlebe dies gleichzeitig in der Nähe und in der nächsten Nachbarschaft. Es ist wahrlich eine Zeitenwende. Gleichzeitig ist es  für mich ein mittlerweile immer deutlicher werdender Kulturwandel.

Unternehmen und viel mehr noch ihre Lenker müssen sehr schnell begreifen, das die patriarchalischen Strukturen nicht mehr funktionieren. Sie müssen auch begreifen, das gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter heute insbesondere mit dem Hintergrund des immer mehr sichtbaren demografischen Wandels ganz anders gefordert und gefördert werden müssen.

Einige Befürchtungen habe ich, was insbesondere die kleineren Mittelständler angeht. Sie, oft aus Unternehmer-Familien entstanden, sind in vielen Fällen noch lange nicht so weit, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Viel zu häufig entscheidet nur der Chef, und alle anderen müssen sich danach richten. Die interne Kommunikation dort ist immer nur top down.

Grundsätzlich bin ich eher als optimistischer Mensch unterwegs, aber der “War of Talents”, den Krieg um die besten Köpfe, hat schon begonnen. Und den werden die Unternehmen gewinnen, die es schaffen, die besten Köpfe zu überzeugen. Mit guten Angeboten, nicht zuletzt, was die Kommunikation und die Balance zwischen Arbeit und Freizeit angeht. Mit einer Unternehmenskultur der Offenheit, der Chancen und der Entwicklung.

Diese Unternehmen müssen schnell lernen, Kommunikation anders zu begreifen. Die Zeiten der klassischen Werbung sind vorbei. Sie müssen anders als bisher in den Markt hören, müssen ihren Kunden geduldig zuhören. Und sie müssen ihren eigenen Mitarbeitern zuhören, um gemeinsam Lösungen zu schaffen, die die Kunden zufrieden stellen.

Dass das mit einer externen Hilfe häufig besser gelingt, kann dann doch noch mal erwähnt werden.

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Kurze Einführung: Die #Montagsrunde ist ein interessantes Diskussionformat, das Tapio Liller mal entwickelt hat. Seither treffen sich ein Mal im Monat interessierte Menschen zu einem Video/Chat-Format auf ustream, um gemeinsam zu diskutieren.

Das, was wir da machen, versteht schon nicht jeder.

Das Thema “Die Kunst der kommunikativen Reduktion”, das Daniel Rehn und David Philippe eingehängt hatten, war mir von Beginn an etwas fragwürdig. Den Hintergrund hatte ich wohl mitbekommen, konnte dies teilweise nachvollziehen; aber, ehrlich gesagt, nicht ganz ernst nehmen. Die Beitrage dazu waren schon interessant.

Aber: Für die Berater-Fraktion ist es ein Luxus-Thema.

Nur zum Verständnis für das “gemeine” Volk: Diejenigen, ob sie nun “Social Media-Berater” sind oder ganz andere PR- oder Werbe- oder Marketing-Fuzzis sind, die nunmehr konstatieren, dass sie müde ob der vielen Neuerungen, Plattformen, Hypes und anderen Entwicklungen in diesem Internetz sind, die sind eigentlich immer im Netz. Wir (!) stehen morgens auf, schalten unser netzfähiges Mobiltelefon ein, schauen, was so war die letzten Stunden, die wir mal gedrungenermaßen schlafen mussten.

Wir machen uns Kaffee, duschen vielleicht, gehen zur Arbeit (online über Smartphone, versteht sich…) , und setzen uns an den Rechner. Und sind weiterhin “online”, die ganze Zeit. Um es kurz  zu machen: Wir sind nicht normal!

Der von mir angeführte Vergleich sieht etwa so aus:

Facharbeiter, Maschinenbau, ca. 40 Jahre alt, Arbeitsbeginn: 6 Uhr, Vater von zwei Kindern, die Frau ist halbtags berufstätig, er macht wegen der guten Auftragslage jeden Tag ein bis zwei Überstunden, er ist ehemaliger Fußballer der 1. Mannschaft, leitet nun die C-Jugend, die er zwei Mal in der Woche trainiert.  Nicht nur wegen der Kinder hat man vor zwei Jahren einen Computer angeschafft, mit Internet; der Nachbar hat etwas geholfen, damit es klappt.

Seither wird zuweilen gesucht, auf dieser einen Suchmaschine. Man hat etwas verkauft, auf ebay. Und gekauft, auf ebay.  Die Kinder dürfen ab und zu spielen, diese Online-Games; was das genau ist, weiß man nicht.  Vor einem Jahr hat er auf mobile.de das alte Auto verkauft. Das neue hat man, ein Jahr alt, beim Händler gekauft; zuvor wurden die Preise im Internet verglichen.

Nur ein oder zwei Mal hat er nach Pornos gesucht, der Tipp kam vom geschiedenen Kollegen. Er hat sich etwas geschämt. Sie ist seit vier Monaten bei facebook, der alten Klassenkameradinnen wegen.  So lange die Zeit reicht, spielt sie dort einige Spiele. Er guckt ab und zu nach den Fussballtabellen.

Diese Familie ist nicht der Maßstab. Und ist es doch. Weil es so viele davon gibt. Sie sind maximal, aber noch längst nicht jeden Tag, eine Stunde am Tag online. Wir sind es oft 20 Stunden. Und deshalb ist die Frage nach der “Reduktion” eine Frage, die ein Luxus-Problem betrifft.

Wichtig ist für uns, für die Berater, was diese Menschen, diese “normalen”, dort machen. Und, so wir das für unsere Kunden erkennen können, wie wir sie dort treffen können. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Für viele Internetnutzer ist “online” nur ein kleiner Aspekt des täglichen Lebens. Das ist unterschiedlich, sehr, nach verschiedenen Altersgruppen.

Aber von “Müdigkeit” braucht man hier noch nicht reden. Eher vom “Lernen”.

Zum Verständnis und Hintergrund hier noch zwei sehr interessante Links:

Tschüss Social Media

Burnout im Netz?

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“Herr de Vries, schauen sie sich doch einmal an, was wir in den letzten Monaten entwickelt haben. Nicht schlecht, oder? Nun, bevor wir diese Prototypen nun endgültig in Serie gehen lassen, würden wir gern mit ihnen über die Strategie und die erforderliche Kommunikation reden. Hier haben sie reichhaltige Unterlagen aus unserer Entwicklungs-Abteilung, hier sind die Unterlagen aus dem Vertrieb. Wir schätzen, eine Stückzahl von xx in den ersten beiden Quartalen absetzen zu können, weil die Entwicklung und der Vertrieb aufgrund der Kundennachfrage sehr eng zusammen gearbeitet haben. Wir haben erste konkrete Zielgruppen identifiziert, und sie sind herzlich eingeladen, sich über weitere Gedanken zu machen.

Lassen sie sich das mal durch den Kopf gehen und schlagen sie uns doch dann mal eine Strategie vor, wie wir den Verkaufsstart und das Produkt im Markt kommunizieren können. Schlagen sie uns doch die relevanten Kanäle und Maßnahmen vor, und sagen sie uns, welchen Support sie aus unserem Hause dafür brauchen. Natürlich steht ihnen unsere Mitarbeiter aus Entwicklung und Vertrieb schon jetzt für alle Fragen zur Verfügung. Für das erste Konzeptpapier von ihnen haben wir einen Etat zur Verfügung gestellt, natürlich auch schon erste Mittel für die Kommunikation; dennoch sind wir ihnen für eine abschlägige Schätzung dankbar. Wieviel Zeit brauchen sie? Etwa zwei Wochen? Fein, dann treffen wir uns in zwei Wochen hier wieder. Aber jetzt wollen wir uns das hier mal in aller Ruhe ansehen und schon mal die Diskussion beginnen.”

Ups, aufgewacht. Ein Traum. Der wohl nie in Erfüllung gehen wird. Denn die Realität sieht natürlich anders aus. Zumindest, was den Mittelstand angeht. Denn dort ist die Luft für Kommunikationsprofis und Werber oft um einiges rauer. Etwa hier im “Musterländle”, dem Land der Patente, der Tüftler und Spezialisten. Jene Mittelständler, die durchaus mal zwischen 50 und 250 Millionen Euro umsetzen, aber hinter den Türen….

Da spart der Schwabe. Weil sie alles selbst können, weil sie es besser wissen. Weil sie nur die Rosinen, aber nicht das Brötchen haben wollen. Und leider lassen sich darauf viele ein. Und bieten nur die Rosinen, Einzelstückwerk ohne Hand und Fuß, aber schnell gemacht. Manchmal auch, weil selbst diese “Experten” nicht einmal wissen, dass es Brötchen gibt. Mit Rosinen, übrigens.

Die daraus resultierenden Ergebnisse sind dann oft bescheiden, was denn wiederum den Mittelständler dazu bewegt, die Hopperei zu beginnen. Was das alles nicht besser macht. Und so dreht man sich schnell im Kreise. Und diejenigen, die das gar nicht gut finden, die gehen dann irgendwann. So geht’s auch.

Das soll hier nicht hergenörgelt sein, sondern einfach mal eine Tatsachen-Bestandsaufnahme.

Muss erst mal richtig wach werden… ;-)

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Es lohnt sich, diese knapp 15 Minuten mal zu hören.

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Sie wollen das, und sie bekommen es auch. Und: Das Netz rockt. Heute Abend bin ich auf Einladung der Arbeitskreise Presse und Öffentlichkeitsarbeit und Online des Deutschen Journalisten Verbandes in Hamburg eingeladen, einen Vortrag über Social Media zu halten. Tja, fragt man sich da, warum muss einer aus dem Weltdorf Hermaringen in das Weltdorf Hamburg reisen, wo es scheinbar keine Social Media Berater gibt? Ganz einfach, weil ich Katharina Ceyp-Jeorgakopulos, Leiterin des AK Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, in München auf einer Tagung kennen gelernt habe. Sie lud mich ein, ich kam.

Und, halt! Es wird dabei nicht nur um Social Media gehen. Es wird um Kommunikation gehen. Und um viele weitere Aspekte der Kommunikation. Und es geht auch um Social Media. Und das man das ernst nehmen muss, gründlich behandeln muss. Mehr möchte ich aber an dieser Stelle noch nicht verraten.

Gestern Abend beschloss ich sogar, mich künftig gegen den Begriff “Social Media Berater” zu wenden. Und ich bin sogar skeptisch, wenn es in Sachen Social Media-Ausbildung geht. Denn auch das kann nur funktionieren, wenn es in die gesamte Unternehmenskommunikation eingebunden ist. Dass sich einige Spezialisten gut damit auskennen, ist völlig in Ordnung. Aber sie müssen von Generalisten eingebunden werden, um das Gesamtziel erreichen zu können. Ich merke gerade, ich komme ins Reden….

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion.

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Die Unsicherheit ist allerorten zu spüren. “Müssen wir da mitmachen…?”, lautet immer wieder die Frage, die ich grundsätzlich erst mal mit “Nein!” beantworte. Nein, gerade die mittelständischen Unternehmen müssen erst mal gar nicht jeden Hype mitmachen. Und schon mal gar nicht g’schwind einen facebook-Account eröffnen, um dann rat- und planlos davor zu stehen.

Andererseits ist die gravierende Veränderung in der Kommunikationslandschaft schon ein Anlass, die eigenen Strukturen auf den Prüfstand zu stellen. “Erreichen wir unsere Zielgruppe?”, ist dabei nur eine von vielen Fragen, die schon in regelmäßigen Abständen gestellt werden sollten.

Mein Angebot dafür ist ein Arbeitstreffen (deutsch für “Workshop”…), dass ich gern anbiete, um mal etwas mehr Klarheit in die Kommunikations-Strukturen zu bringen.  Ich habe mit diesen Arbeitstreffen einige Erfahrung und mache sie besonders gern.

Wer also mag, kann mich gern kontaktieren, damit wir mal gemeinsam einen “Prüfstand” organisieren.

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Der sehr geschätzte Netzökonom Holger Schmidt hat in einer sehr guten Präsentation die “Informationsströme” im Hinblick auf die Mediennutzung aufgezeigt. Die Bedeutung des Netzes wird dabei immer größer, wenn auch, meiner Meinung nach, noch nicht in allen Bereichen wirklich entscheidend.

Dass es aber mit diesem “Web 2.0″ wahrlich nicht so einfach ist, zeigt der ebenfalls sehr geschätzte Dr. Martin Oetting, der bei Scholz & Friends im Rahmen des digital camps zum Paradigmenwechsel in der Kommunikation mal in den Rattenkäfig gepackt hat. Der Vortrag dauert gar nicht so lang, und ist sehr, sehr anschauenswert. Ist Oetting eigentlich immer ;-)

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Wer mag sich noch erinnern, wie es vor vielen Jahren war? Wir surften im Internet. Von Seite zu Seite, von Link zu Link. Und wir fanden es wunderbar. Es gab Lieblingsseiten, zu denen wir immer wieder surften. Und sie sahen immer noch so aus, wie beim letzten Besuch. Irgendwann surften wir diese Seiten immer seltener an, weil wir wussten, das sie immer noch so aussahen und sich nicht verändert hatten. Bis wir sie kaum noch ansurften.

Für mich sind heute statische Seiten, die nicht aktualisiert werden, ein Gräuel. Ganz gleich, ob sie optisch schön sind, raffiniert programmiert sind und gut aussehen. Und immer wieder versuche ich Kunden zu erläutern, die eigene Seite und Internetpräsenz nicht mehr nur als Plakat zu nutzen, sondern vielmehr als Werkzeug. Die aktuellen Erfahrungen zeigen, dass es noch immer wieder erklärt werden muss.

Die technische Möglichkeiten sind heute komfortabel. Wir können ohne großen Aufwand (…was vor vielen Jahren anders war…) Content-Management-Systeme installieren, die viele Vorteile bieten. Etwa, die der Aktualisierung. Und noch besser: Die des Dialogs. Was wiederum jenen Freude macht, die diese Seite ansurfen. Weil sie immer wieder Neuigkeiten entdecken können. Und vielleicht einen Dialog beginnen können.

Das Internet ist für die Gesamtkommunikation von Unternehmen nur ein Baustein, aber es wird immer wichtiger. Vielleicht wird es sogar das “Gesellschafts-Betriebssystem”, wie es Gunter Dueck formulierte. Nunmehr müssen auch die letzten Unternehmen diesen Aspekt ernst nehmen. Und das ist gar nicht so leicht für kleine Unternehmen, wenn es etwa an personellen Ressourcen mangelt. Dass es anders geht, zeigt dann auch wieder die Saftkelterei Walther.

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