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Monitoring: Ab wann ist zu viel?

Es war nicht ganz so... ;)

Wer professionell digitale Kommunikation betreibt, kommt am Monitoring nicht vorbei. Und was heißt das? Das, was die Technik hergibt.  Gemessen wird, was geht. Und da geht einiges.  Likes, Shares, tweets und retweets, das sind noch die leichtesten Übungen. Wer sagt wann was wo, und wie. Welcher Post zu welcher Uhrzeit, welcher tweet mit welchem Inhalt, mit Bild oder ohne; wie sind die Reaktionen, wie ist das Sentiment. Wer ist das, wer da auf den eigenen Seiten ist, wer agiert da, mit welchem Ziel. Oder auch nicht. Geht alles. Das Internet ist in vielen Bereichen messbar. Das Ziel: Gut sein, besser sein, mehr Service, mehr Kundenbindung, mehr verkaufen. Denn das wollen alle. Und obgleich das  Monitoring ja noch eine sehr junge Disziplin ist, geistert mir nach zwei Tagen Monitoring-Camp in Hamburg  eine Frage durch den Kopf:  Zu viel Technik?

Der Reihe nach. Es ist gut, wenn sich immer mehr Menschen aus diesem Netz im richtigen Leben treffen, und dabei die Themen diskutieren, die sie bewegen. Dass das Camp-Format vorzüglich ist, zeigt sich auch hier in Hamburg, wo die Organisatoren den richtigen Rahmen bieten. Und am Ende zeigt sich auch, dass es eine gesunde Mischung von Unternehmens-Vertretern, Monitoring-Anbietern und weiteren Interessierten ist, die das Camp und den dort entstandenen Sessions zu einer sehr kurzweiligen Veranstaltung machen.

Gesprächsbedarf besteht mehr denn je. Das noch „neue“ Monitoring verwirrt nämlich auch. Insbesondere dann, wenn es um die Mess-Indikatoren und zudem auch um die sogenannten KPI geht. Von Einheitlichkeit mal keine Rede; wie auch, wenn jedes Unternehmen oder Organisation ganz anders tickt. Und schnell erweist sich in den Diskussionen auch, wie tief die digitale Kommunikation in die Struktur der Unternehmen eingreifen kann, wenn man nur einmal die Beteiligten in den Unternehmen oder Organisationen aufzählt, deren Interessen an der Kommunikation dazu schreibt, um gegebenenfalls anschließend einen Key Performance Index aufzustellen.

Gute Gelegenheit immerhin für einige der professionellen Anbieter in Deutschland und Europa, sich hier im Rahmen des Monitoring-Camps  auch zu treffen, sich zu präsentieren, gegebenenfalls auch auszutauschen. Gute Gelegenheit für Unternehmen, mal unverbindlich in das ein oder andere Tool zu schauen.  Für gutes Geld bieten die professionellen Dienstleister nahezu alles; zuweilen schon zu viel, wie Anwender bemerken.  Da tut es schon gut, wenn etwa @ForschungsWeb in dem nahezu jetzt schon unüberschaubarem Markt der Monitoring-Anbieter eine Übersicht präsentiert, damit man einen Überblick hat.

Die anwesenden und nicht anwesenden Anbieter  müssen sich, auch hier im Rahmen des Monitoring-Camps, der Vielzahl von kostenlosen Werkzeugen gegenüber stellen, die erfreulicherweise von Christine Heller und Tim Krischak  ebenbürtig behandelt werden. Nicht alles taugt, aber es lassen sich immerhin damit schon eine ganze Reihe und interessante Rückschlüsse ziehen. Auch hier: Zahlen, Balken, Diagramme; und damit dann am Ende zweier sehr interessanter Tage zur oben erwähnten Frage zurück: Zu viel Technik?

Den Eindruck kann man haben, und dabei ist das Social Web dann alles andere als sozial, wenn es lediglich auf die nackten Zahlen reduziert wird. Da kann man noch so lange über die „Tonalität“ sprechen, die muss am Ende nach einer ersten maschinellen Auswertung von einem Menschen gelesen und letztlich bewertet werden. Oder anders: Reichweite und Engagement im Internet sind toll. Besser ist es noch, dem Kunden, Fragenden oder Interessierten mit Hilfe dieser vernetzten Technik geholfen haben zu können. Ob mit Monitoring, oder auch ohne.

Das Monitoring-Camp ist richtig gut. Und meiner Meinung nach ist es wünschenswert, wenn es künftig  im  Reigen der  Themen-Camps  einen festen Platz hat. Weil das Thema weiterhin spannend ist, bleiben wird. Und ich denke, dass sich dort noch sehr viel entwickeln wird. Und wenn  wir schon beim Wünschen sind: Gern auch eine Location, die im wahrsten Sinne des Wortes etwas  „ mehr Raum“ bietet.

cdv!

Weitere Rückblicke und Links:

Jörn Sieveneck

Dr. Karin Windt

Feuermädchen

PR Report (Anja Beckmann)

Björn Negelmann

newsaktuell

Julia Scharmann

Julia Jachmann

Die Slides von Christine und Tim

Silke Schippmann

Susanne Ullrich

Thomas Schwenke

Christine für 3C

Webosaurus

Stefan Klix

brandwatch

Andre Luce

Sina Gritzuhn

Julia Neumann

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5 Comments

  1. Meike Leopold

    13. November 2012 - 10:15

    Lieber Christian, ich war leider nicht dabei beim Monitoring-Camp, aber ich bin der Meinung, dass Monitoring letzten Endes immer nur ein Hilfsmittel sein kann, um 1) da draußen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen 2) zu sehen, welche Meinung sie über das Unternehmen oder seine Produkte haben und 3.) zu messen, ob die Ziele, die ich mir mit den Some-Aktivitäten gesetzt habe, erreicht werden. Das wiederum geht nur, wenn ich die Messdaten aus dem Monitoring in der Zusammenschau sehe mit weiteren Kennzahlen aus dem Unternehmen (Umsatz, Absatz, Bewerberpipe etc.).
    Kurzum: Monitoring um des Monitorings willen macht wenig Sinn. Meine Erfahrung ist: Wenn das Unternehmen selbst nicht weiß, was es im Web eigentlich erreichen will, sollte es das teure Geld für das Monitoring lieber sparen oder kostenlose Tools nutzen. Das Thema Datenschutz wird im Zusammenhang mit Monitoring auch viel zu wenig diskutiert. Es ist sicher nicht damit getan, etwa im Impressum von Website oder Blog zu verkünden, was ich alles tracke, messe und zähle. Ich glaube oder hoffe sogar, dass die Sensibilität in diesem Bereich steigen wird bei „Fans“ und „Followern“ von Unternehmen. Es geht im Social Web (hoffentlich) nicht ums Aushorchen, sondern darum, ein Gespräch zu führen, das beiden Seiten nutzt.

  2. Birte Frey

    16. November 2012 - 12:20

    Hallo Christian, klar Monitoring ist natürlich sehr techniklastig und man sollte auf jeden Fall mit jedem Kunden vor der Entscheidung besprechen, was genau er will und wie viel Technik dafür nötig ist. Monitoring an sich sollte aber jedes Unternehmen betreiben, weil es der erste Schritt in der Online-Kommunikation ist. Welches Tool dafür passt, hängt für mich von den Themen und der Sichtbarkeit des Unternehmens im Web ab.