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Tag "twitter"

Es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn aus einer Schnapsidee eine konkrete Anwendung wird. Seit heute online: Der Aua-Index und das MimimiMeter. Ganz klar, die Erde dreht sich nicht schneller, glücklicherweise auch nicht langsamer. Es ist einfach so.  Ich freue mir einen Ast, dass wir das mit der Hilfe von Marian Steinbach und der Agentur Dreamland geschafft haben. Es passt sehr gut zu meinem Arbeitgeber DocMorris, der mir ein wundervolles Umfeld für die Arbeit innerhalb der digitalen Kommunikation bietet.

Was wir machen?

Wir durchsuchen Twitter nach den relevanten Begriffen, die die Twitterer nutzen, wenn ihnen etwas weh tut. Kopf-, Bauch- oder Gliederschmerzen? Der geübte Twitterer lässt dies seine Follower wissen. Hier tut’s weh, dann der “tödliche Männerschnupfen”, hier zwickts, hier zwackelts. Nach langer und gründlicher Analyse von vielen Tweets wissen wir, wie das dann geschrieben wird. Und natürlich weiß ich selbst auch, nach nun fast sechs Jahren auf Twitter.

Nach einiger Überlegung entstand dabei das “Abfall-Produkt”: Das MimimiMeter. Denn, so wissen wiederum die erfahrenen Twitterer, ist ein gerüttelt Maß Ironie dabei, wenn der bekannte Hashtag #mimimi im Spiel ist. Es tut nicht immer weh, vielmehr nervt es, wenn es im Leben mal nicht ganz so passt. Zuweilen Luxusprobleme, zuweilen echte Angst, zuweilen unfreiwillige Komik. Nur wirklich weh tut es nicht. Immerhin entstand dabei das MimimiMeter; mal sehen, was die deutschsprachigen Twitterer so drauf haben.

Wie das entstand?

Durch das Zuhören im Netz. Durch das Monitoring, dass ich bei DocMorris immer noch sehr (zufrieden) zu Fuß erledige: Mit netvibes.com. Darin enthalten: Der Begriff “Schmerz”. Anders als der Begriff “Gesundheit”, der nur unendlich viel Müll im Netz zutage fördert, war schon bei der täglichen Beobachtung klar, dass das mit dem Suchen nach dem Begriff “Schmerzen” sehr viel zutage gefördert wird. Sehr deutlich bei Twitter, wenn etwa kalte Tage anstehen: Die Halsschmerzen und die Erkältung, die auf Twitter gern oder mehr leidend durchlebt wird. Mit Follower-Begleitung, versteht sich.

Irgendwann sagte ich im Büro zu meinen netten Kolleginnen: “Twitter-Deutschland geht es schlecht!”. Und später war dann die Idee geboren, nicht zuletzt durch andere Anwendungen, etwa zur Bundestagswahl, die den Kurznachrichtendienst nach Stichworten durchforstet hatten.

Warum “Zuhören”?

“Zuhören” hatte ich geschrieben. Aus gutem Grund. Ermüdend sind die Diskussionen im Netz zu “Content-Marketing”, zu “Blogger-Relations”, zu “Influencer-Relations”, zu anderen Säuen, die in der Social Media-Blase durch das Internetdorf getrieben werden. Was immer häufiger fehlt: Das Zuhören. Wer jeden Tag nahezu 200 Blogs, das Netz, die Twittersphäre und andere Kanäle durchforstet, wenn es um die Themen Gesundheit und Krankheit geht, weiß irgendwann: Das Netz ist nicht in der Social Media-Blase. Das Netz ist einfach im Netz. Hier ermutigen sich Bloggerinnen gegenseitig in ihrem Netzwerk, hier suchen Twitterer nach Gleichgesinnten, hier treffen sich Patienten in einer geschlossenen Facebook-Gruppe regelmäßig zum Austausch. Sie wissen nicht mal, was Social Media ist. Gut so.

Wer hier im Netz zuhört, wer Geduld hat, wer nicht Aktionen in seinen Excel-Tabellen aufführen muss, wer den unsinnigsten Klout-Score locker ignorieren kann, findet hier den wirklichen Dialog. Vermutlich gilt das für viele Branchen, das ist meine Vermutung.

Der Aua-Index und das MimimiMeter sind Zeichen. Sie sind Zeichen dafür, dass wir von DocMorris im Netz zuhören. Und wir zeigen es im Netz, wenn wir besonders den Bloggerinnen anbieten, das Ergebnis auch auf ihren Blogs zu zeigen. Dass wir wissen, wie es um die Beteiligten steht,wie wir Freundschaften knüpfen, Initiativen aufgreifen, schauen, wie Menschen sich mit ihrem Thema im Netz organisieren.

Das macht große Freude. #mimimi :)

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Premiere war vor einigen Jahren in Stuttgart. Etwas aufgeregt, obgleich ich schon so viele Veranstaltungen bis dahin in meinem Leben erfahren hatte, war ich dennoch hinsichtlich mehrerer Gründe.  Was ich im Literaturhaus der Schwaben-Metropole dann erfuhr, war einfach gut. Menschen, die ich bis dahin nur mit ihrem Twitter-Avatar oder vom Lesen ihrer Blogs kannte, standen nun live vor mir. Und wir kamen ins Gespräch.

Die gute Orga vom Jan, das köstliche Essen und die herzliche Atmosphäre waren mehr als geeignet, mich für dieses Format fortan zu begeistern. Die Teilnahme am ersten Barcamp war der Start. Die schönste Erfahrung seither: Viele liebenswerte Menschen kennengelernt zu haben.

Seither habe ich nicht nur die offenen Camps wie in Essen und Stuttgart schätzen gelernt, sondern auch die, die sich ein besonderes Thema vorgenommen habe. Das Monitoring-Camp in Hamburg ebenso wie das Google+-Camp in Essen und das BleibGesundCamp in Esslingen waren eine Bereicherung wie bisher noch  jedes Camp. Dem wunderbaren Beitrag von Michaela, warum man  mindestens einmal im Leben an einem Barcamp teilnehmen sollte, ist von meiner Seite eigentlich kaum etwas hinzu zu fügen.

Vielleicht nur das:  Ähnlich, wie sie es auch schreibt, steht bei mir seither auf dem Zettel, insbesondere die Menschen anzusprechen, die bisher noch nie auf einem Barcamp waren. Kollegen, Freunde, liebe Zufallsbekannte (von Bloggertreffen), die das Format noch nicht kennen, lade ich gern ein, das ein oder andere Barcamp zu besuchen. Wer sich mal umschauen möchte, sollte die Auflistung der Camps mal genauer studieren.

Und dabei verbinden sich Welten: Wenn es überhaupt etwas wie das Social Web gibt, wird es während der Camps kaum aktiver und besser gelebt. Ich freue mich sehr, dass ich im Rahmen meines Jobs sogar aktiv dazu beitragen kann.  Das Ziel für mich ist dabei, dass sich Menschen begegnen und kennenlernen können, sich dabei austauschen, lernen und lachen können. Meine Erfahrung der letzten Jahre ist, dass wir hierbei auf einem guten Weg sind.

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Ein Beitrag zur Blogparade von Stefan Evertz, einem der guten Organisatoren von Barcamps.

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Das hat letzte Woche schon einige Freude bereitet; und kann es weiterhin, da ich ja vielen lieben und interessanten Menschen folge. Der FollowerFriday in etwas anderer Form, und eben nicht bei Twitter (weil das da so durchrauscht). Ihr wolltet noch einige Empfehlungen haben? Gern. Hier sind sie:

@50hz ist Djure Meinen. Der höchstsympathische Zeitgenosse gehört mit Sicherheit zu den Twitterern, denen ich am längsten folge. Der liebe und kluge Kopf ist mittlerweile auch Kommunalpolitiker und hat seit kurzer Zeit mit einem spannenden Projekt wieder ordentlich Tritt in die beruflichen Aktivitäten gefasst.

@danielrehn Ihr folgt ihm doch ohnehin schon alle! Nicht? Dann aber. Kennengelernt als Student, heute ein schwer beschäftigter Stratege in einer guten Agentur in Hamburg. Feingeist, Gin-Kenner, und immer fein gezwirnt, zusammen mit sehr viel Wissen in diesem Business, macht, zusammengerechnet: 2,03. Könnt ihr mir glauben. ;)

@beichstaedt ist Björn Eichstädt, ein wirklich schlauer PR-Kopf. Schön ist, dass er zusammen mit seiner Frau ein großes Faible (noch stark untertrieben) für Japan hat. Kochen kann er, mag Nintendo und viele andere Spiele. Und Film-Freak ist er auch. Ich schätze seine Meinungen.

@amendedestages ist Christian Bölling. Münsterländer Dick- und Querschädel. Lebt und arbeitet in München. Kann lange Strecken auf dem Fahrrad fahren. Irgendwie eine Leuchte, kann man nicht anders sagen. Hat Meinung. Einziges Manko: Er bloggt zu wenig.  Die alten Kämpen kennen noch seine geraden und feingeschliffenen Formulierungen. Und vermissen sie.

Nur Kerle? Mitnichten. Aber ohne Nichten.

@schroederkatrin Für mich ist sie die “Grande Dame” des Theaters. In Heilbronn lässt sie die Kollegen bloggen, twittert, was das theatralische Zeug hält, macht Plakate und Veranstaltungen. Sogar solche, in denen Twitterer auf die Bühne gelassen werden. Und sie macht das alles so gut! Die liebe Katrin ist ein Schatz, sie ist großartig.

@Quiddjes ist eigentlich Nicole. Und mehr wird nicht verraten. Nur, dass sie in Hamburg lebt; dass sie das Wasser liebt, viele Texte schiebt. Und, das mit dem BVB wollen wir hier an dieser Stelle mal gar nicht verschweigen. Fan? Ist sie. Klaro. Und liebens- und folgenswert ist sie auch.

@utestattplastik ist eine sehr liebe Kollegin, die ich in den letzten Monaten schätzen gelernt habe. Sie ist sehr verständig, hat viel Ahnung, viel Lebensfreude, sie kocht gern, sie tanzt gern. Großartig! Und ihr könnt ihr gerade unbemerkt folgen, weil sie nämlich im Kurzurlaub in Griechenland ist.

Ok, ihr folgt ihnen? Fein. Lest sie, und ihr werdet merken, dass sie liebe Menschen sind. Vielleicht ist es über Ostern ein wenig ruhiger, das geht euch ja fast ebenso. Das mit dem Folgen ist ja so eine Sache. Im schnellen Internet braucht es zuweilen Geduld. Habt ihr.

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Da ist sie wieder: Die Retweet-Kaskade. Meist an Freitagen. Pünktlich zum #FollowFriday. Es rauscht nur noch, weil jemand sieben oder acht Follower in einem Tweet empfohlen hat. Ich bin dabei. Was mich freut. Und harre der anderen sechs, die sich per Retweet bedanken. Und, nein, ich werde ihnen nicht folgen. Meist danke ich nur dem Menschen, der mich empfohlen hat.

Der #ff ist seit langer Twitterzeit eine Institution geworden. Es ist damit Tradition, Follower aus der eigenen Timeline anderen zu empfehlen. Was viel für diese liebenswürdige Twitterplattform spricht, weil es etwas den Geist widerspiegelt. Den der Offenheit, oder den der Transparenz. Den der gegenseitigen Liebenswürdigkeit.

Doch auch hier gilt wie in vielen anderen Bereichen: Viel hilft hier nicht viel.

Ich bin ohnehin sparsam geworden mit meinen Empfehlungen, im richtigen Leben genau so wie im digitalen. Kontakte herstellen, jederzeit; wirklich empfehlen eher sehr bedacht.

Viel zu selten, aber hier die jetzt sehr persönliche Vorstellung einiger Twitterer, die mir in jüngster Zeit ans Herz gewachsen sind:

@symbologisto Nicht gerade Viel-Twitterer, aber dafür sehr offen und menschlich. Uns eint nicht nur, dass wir demnächst gemeinsam die 100 Lebensjahre vollmachen, uns eint auch die Stadt, die Twittwöcher und die Schnitzeltestessen. Und vielleicht mal demnächst ein Bier  in kleinerer Runde. ;)

@chris2newz Höhö, Namensvetter. Sehr sympathischer Zeitgenosse auf mehreren Rädern. Getroffen auf dem Twittwoch, dem #bcruhr6 und beim Schnitzeltestessen. Denke, da geht noch mehr.

@carriewi Diese kleine süße Schnecke ist bezaubernd, wenn ich mir diesen Machismo erlauben darf, wahrlich. Schubst flugs nicht nur ein Blog hoch, das höchst spannend und interessant für alte Männer zu lesen ist, sondern kolumniert auch noch hier bei einer Singleplattform. Aller Ehren wert. Und folgenswert zugleich.

@mrskolumna Wahnsinn! Fleißig. Strebsam. Klug. Und mit ordentlicher Verve. Ihr Blog ist eine ebenso coole Nummer, das sich zu lesen lohnt. Ich glaube, das daraus Großes werden wird. Da bin ich mir ziemlich sicher.

@Julianforscht Ein frecher Bengel, allemal. Und nett. Noch dazu. Grätscht sich gern in jede Timeline, und ist dabei noch sehr sympathisch, der junge Mann. Und das Präsentieren lernt er irgendwann auch noch.

@malieseel Bezaubernd sind besonders ihre Augen, in die ich sehen durfte. Klug ist sie, fröhlich ist sie, guten Mutes. Kennengelernt auf dem #bcruhr6. Eine Bereicherung für das Leben.

@unepartie_demoi Was für ein netter Wirr-Kopf. Mit netten Locken. Ich mag ihren Einsatz, ihr Engagement für ihre Schüler, ihre Leidenschaft für das Theater, diese Selbstbestimmtheit.

@ManuMarron Die Frau ist echt ein Feger. Frech wie Rotz, eine Lache (…die andere sterben lässt), ein fürwahr bezauberndes Wesen. Der Humor: grenzwertig. Darum: genial.

Müsst ihr selbst entscheiden, ob euch die Twitter-Nasen gefallen. Aber dafür ist Twitter ja so gut.

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“Wir sind in der gleichen Gruppe. Und  ich würde mich freuen, wenn wir uns auch hier vernetzen.” Der Standard. Frau oder Mann, die da beim Netzwerk anfragen, sind mir völlig unbekannt. Es gibt keinen Anlass, nur den Einsammel-Wahn. Klick. Löschen. Weg. Den meisten Kollegen geht es genau so. Auch Ute Klingelhöfer, selbstständige Beraterin, die immerhin jetzt die Erfahrung macht, dass Menschen aus ihrem beruflichen Umfeld sie gern auf facebook kontaktieren möchten. Was sie bisher abgelehnt hat. Warum? Das überlegt sie auch gerade, und hat nach einer Diskussion mit mir und der Frage “Wie jetzt?”  gleichzeitig eine Blogparade gestartet.

Vernetzen? Wie, warum, mit wem, wo? Mal überlegen.

Twitter

Hier ist jeder gern willkommen. Der Account, mittlerweile mehr als fünf Jahre offen, ist über die Jahre stetig gewachsen. Mal mehr, mal weniger, auch mal wesentlich weniger, aber er läuft. Die Frage ist nun, wem ich folge. Etlichen beruflichen Kontakten, vielen interessanten Menschen, aus denen in einigen Fällen auch so etwas wie Freundschaft entstanden ist, einigen Themen-Accounts aus beruflichem Interesse, einigen aus Neugier, einigen aus purer Freude. In einigen Fällen ist mir das Zurückfolgen auch gar nicht so wichtig. Ich mag sie gern lesen. Was ich in den letzten Jahren schon immer gern gemacht habe: Den sehr netten Twitter-Menschen auch im richtigen Leben zu begegnen. Was immer mal wieder gelungen ist, und weiterhin gelingen wird. Das macht richtige Freude! ;)

facebook

Auch hier nahezu offen wie ein Scheunentor. Nun, nicht ganz. Es sollte irgendeine Beziehung zueinander geben, sei es um drei Ecken, einem Thema, oder auch hier mit der Aussicht, sich in absehbarer Zeit im richtigen Leben treffen zu können und wollen.  Ab und an werfe ich auch wieder jemanden heraus, weil das Leben sich verändert hat. Wer mir auf Twitter schon folgt und ich ihm oder ihr auch, hat gute Chancen, hier hineingelassen zu werden. Meine Konsequenz: Die ganz bösen Dinge in meinem Leben kommen nicht so wirklich hier vor, das liebste ist mir Vernetzung, am liebsten sind mir jene, die aktiv hier herumwerkeln. Nur gucken ist irgendwie etwas öde.

Google+

Macht mir immer wieder und im Moment wieder sogar zunehmend Spaß. Wo die ganzen Einkreiser herkommen, ist mir ein völliges Rätsel. Wenn ich jemanden entdecke, den ich in anderen Netzwerken schon kenne, kreise ich ein. Manchmal auch aus dem Stream heraus, der hinein gespült wurde; es haben sich sogar Kontakte daraus ergeben. Der latente Wunsch, dass das noch mal richtig groß wird, dieses technisch ziemlich geile Netzwerk, bleibt seit der ersten Nutzung. Und ich denke, dass es das wird.

XING

Sauber. Total. Nur nach vorheriger Kontaktaufnahme, nur  im richtigen Leben. Es gibt wohl nur zwei Ausnahmen in diesem Netzwerk, die ich jemals gemacht habe.  XING ist meine Visitenkartensammlung, nicht mehr, nicht weniger. Also immer schön die Kontaktdaten pflegen, damit ich euch erreichen kann.

Linkedin

Ein ganz klein wenig lässiger, aber hierbei gilt nahezu der gleiche Grundsatz wie beim deutschen Netzwerk.

Foursquare

Ich staune immer, wer da so kommt. Aber ihr dürft alle mitmachen. Es hängt einfach an meiner Laune. Wenn ich gut drauf bin, lasse ich euch rein. Wenn nicht, nicht. So ist das in diesem Leben.

Aufgrund meiner beruflichen Situation vernachlässige ich gerade massiv so supernette Netzwerke wie Instagram. Ärgert mich auch, wird sich auch wieder ändern. Gemach, gemach. Erstaunlich ist beim Blick auf die Netzwerke, dass es nicht mehr sind, wo ich mich gerade vernetzen will. Das oben beschriebene Sammelsurium ist der Kern, seit vielen Jahren. Andere Netzwerke haben mich in dieser Form bisher nicht überzeugt, oder ich musste oder wollte sie nicht nutzen. Und wenn ich etwas vergessen habe, reiche ich das nach.

Jetzt seid ihr dran! ;)

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Das gibt es nicht oft in Deutschland: Der Vorhang einer Bühne hebt sich zur Probe einer Oper, die erst in zwei Wochen Premiere und damit sogar die Uraufführung erleben wird. Im Zuschauerraum Menschen, die neben dem Beobachten des Geschehen auch ständig auf  ihre Smartphones und Tablets schauen, zuweilen darauf kurze Texte tippen. Es nennt sich #kultup. Etwa 25 Twitterer beobachten, und beschreiben in ihren Tweets an ihre Follower die Eindrücke, die sie erleben. Regisseur Christian Marten-Molnár bleibt gelassen, erklärt, beschreibt, lädt später sogar die Gäste als Statisten auf die Bühne. Fast schon niedlich nebenbei: Die ebenfalls eingeladenen TV-Journalisten filmen nicht die Probenszenen, sondern die Twitterer.

Ort des Geschehens: Das Heilbronner Stadttheater. Kein großes Haus, wie auch, in einer Stadt mit etwa 120.000 Einwohnern in  Baden-Württemberg. Die immerhin eins ist, selten genug: vermögend. Das Haus selbst erlebt derzeit eine wahrliche Blüte, kann eine Auslastung von mehr als 80 Prozent verzeichnen, will mit dem Besuch von mehr als 170.000 Gästen im letzten Jahr keinen (weiteren, siehe Kommentar) Zuschuss vom Stadtrat. Ungewöhnlich auch: Mit Katrin Schröder hat das Theater Heilbronn eine sehr engagierte Marketing-Frau, die seit einigen Jahren nicht nur auf das klassische Marketing setzt, sondern auch die digitalen Kanäle ordentlich bespielt. Die können sich wahrlich sehen lassen.

Die Oper: “Minsk”. Komponiert von Ian Wilson nach dem Libretto der in London lebenden Lyrikerin Lavinia Greenlaw, inszeniert von Christian Marten-Molnár. Ein mutiges Stück, keine Gefälligkeit an das sonst gern gestreichelte Heimat-Publikum aus der Stadt und dem Umland. Eine Geschichte der Anna, die von Minsk nach London kommt, eine Geschichte von Migration und Integration, von Träumen, Wünschen und Erwartungen, vom Wunsch der Rückkehr zur Jugendliebe, von Anpassung, von Zweifeln nach 20 Jahren ob der richtigen Entscheidung.

Das #Kultup: Ein Format, das  Ulrike Schmid und Birgit Schmidt-Hurtienne organisieren. Die beiden Kultur-Expertinnen öffnen Kultureinrichtungen für Twitterer, um Aufmerksamkeit für die Kultur unter jenen zu schaffen, die sich täglich mit 140 Zeichen pro Tweet auseinandersetzen. Museen und andere Einrichtungen haben sich so schon in die Karten gucken lassen. Das erste Theater ist das Stadttheater Heilbronn.

Was bringt das? Es öffnet Türen. Nicht nur den Theater- oder Kultur-Profis, die an diesem Samstag nach Heilbronn gefahren sind, um ein #Kultup zu erleben. Sondern auch den Heilbronner Twitterern, die sich im Verlauf der in der Kantine stattfindenden Diskussion nicht nur weitere Proben vorstellen können, sondern auch aus Aufführungen berichten möchten. Geht das?  Vielleicht irgendwann.

Theater- und Opernkunst bewegen sich in der digitalen Kommunikation auf  Menschen zu. Auf Menschen, die vorher vielleicht nicht oder nie im Theater oder in der Oper waren. Die aber nun eingebunden werden, die sehen und berichten dürfen. Sie teilen es anderen mit, laden damit zur Diskussion ein. Und natürlich zum Besuch der Aufführung. Es ist dabei noch nicht alles perfekt, und man wird an der ein oder anderen Stelle durchaus noch verbessern müssen. Und dennoch ist es ein guter Weg, die Theaterkunst transparenter und damit begreifbarer zu machen.

Die Zahl der Kultureinrichtungen, die diesen Weg beschreiten, sind derzeit noch sehr überschaubar. Während die großen Häuser ihre Fans und Follower ohnehin finden, suchen gerade viele kleine Einrichtungen noch nach den Möglichkeiten, setzen aber dabei sehr häufig noch auf die klassischen Formate wie Plakat und Anzeige. Was dabei nicht berücksichtigt wird, ist das Gespräch nach den Vorstellungen. Das auf jeden Fall stattfinden wird, ob im Freundeskreis, oder eben auf den digitalen Kanälen. “Warst du schon in der Vorstellung von….” ist beredt. Aber noch lange nicht digital.

Das Stadttheater Heilbronn ist den mutigen Weg der Öffnung gegangen. Und hofft gern auf die Unterstützung bei weiteren Aktionen, die mit Sicherheit folgen werden. Schon jetzt gibt das Feedback, das Katrin Schröder auf den digitalen Kanälen (facebook, Twitter) erfährt, viel Zuspruch. Der Blick in die Probe von “Minsk” hat zudem gezeigt, dass es eine sehr interessante Aufführung werden wird. Ein beeindruckendes Bühnenbild, eine interessante Komposition, und eine spannende Inszenierung sind hiermit versprochen. Premiere ist am 3. März 2013.

Dass es den klassischen Medien ein Thema war, freut insbesondere für das Heilbronner Theater. Ungewohnt war es für die Twitterer allemal, sich bei ihrer schwierigen Arbeit beobachten zu lassen.

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Der Kulturwandel hat ja noch seine Tücken. Wie wohl alle Kulturwandel. Da sind jene vermeintlich den anderen um Lichtjahre voraus. Da sind jene, die gar nicht mitgehen wollen. Und da sind die, die immer alles besser wissen… (Danke, Sascha!) Und, zugegeben, es ist ja gar nicht so leicht, das Wirrwarr in diesem Internet zu erkennen, die zuweilen besondere Sprache zu entziffern, die Gesetzmäßigkeiten zu erfahren, die Techniktücken zu wissen.

Das kann für Frau oder Mann schon schwer sein, wenn sie oder er dort, wie auch immer, ganz privat im Internetz unterwegs ist. Und es gibt ja noch jene, die das beruflich betreiben, also was mit Medien machen. Auch hier gilt Authentizität, wichtigstes Kriterium ever; es gelten auch Offenheit, Ehrlichkeit, wohl auch Mut und besonders: Spaß!

Dies ist aber nicht immer ganz so einfach, wenn man quasi per Auftrag unterwegs ist. Identifikation gehört schon mal auch dazu, unbedingt. Aber auch das menschliche, trotz und wegen Auftrag. Aber es ist am Ende nicht wirklich gleich, der persönliche Account und der vielleicht aufträgliche  Account.

Etwa bei twitter, wo ich nun seit mehr als vier Jahren mein “Großraumbüro” habe, Spiel- und Spaßwiese, bis hin zu ernsthaften Fragen und Antworten, die oft dringend benötigt werden, und dort unbürokratisch erledigt werden können. Ganz anders sieht es aus für die opernwerkstatt, deren twitter-Account ich nun im dritten Jahr betreue. Während ich mich an der Vernetzung der vielen Kultureinrichtungen ehrlich freue, betrübt mich doch eins: Der Retweet fehlt.

Ganz anders auf meinem privaten Account, wo der RT üblich ist, manchmal erbeten wird, von Freunden gern “erteilt” wird, der RT passiert immer. Nicht so bei der opernwerkstatt, wo ich in diesem dritten Jahr die RTs nahezu an einer Hand abzählen kann. Folge der Beruflichkeit? Vermute mal das, denn mit dem Feierabend erlischt auch die Betriebsamkeit, von einzelnen Aktivisten und Einzelkämpferinnen mal abgesehen.

Und dabei ist es doch genau das, was das Netz am besten kann: Das Teilen. Das schnelle, unkomplizierte und erneut unbürokratische Verteilen in viele andere Netze, und noch mehr Netze, und noch viele, viele mehr. Man muss es nur tun.

Dass es beim Gesichtsbuch genauso ist, brauche ich kaum noch erwähnen; auch hier ist die Systematik gleichermaßen. Bleibt mir weg mit dem “Like”, mit diesem “Daumenhoch”, vergesst das. Oder macht das auch. Aber macht vor allem eins: Teilt es, wenn ihr es mögt. Show some love, würde Daniel sagen.

Also, denkt dran: Teilen, Baby!

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Das hier aufgeführte Video ist kein Beispiel für Qualität. Eher für das Gegenteil. Und es ist leider wieder ein Mal das Beispiel dafür, das “Lokal” kein “digital” kann. Zumindest, was die Heidenheimer Zeitung angeht. Und es lässt sich noch trefflich darüber streiten, ob man das jetzt gut findet, oder nicht. Die Geschmäcker sind ja verschieden.

Erstaunlicher ist schon, dass das nicht kritisierbar ist. Oder: Nicht kritisiert werden soll. Wenn sich, wie das Sveamädchen, jemand hinsetzt und ihre Enttäuschung über das “Niveau”  des Video-Kanals deutlich macht, wäre das doch allemal eine Reaktion der Redaktion wert. Aber die kommt nicht. Im Gegenteil: Die ehemaligen Mitarbeiter der Noise-Redaktion werden als “Nestbeschmutzer” bezeichnet. Und: Man habe die ewige Ablästerei satt. Aha, daher werden also die kritischen Kommentare nicht freigeschaltet. Na, dann…

Immerhin hat Verlegersohn Martin Wilhelm noch Zeit, ein “Is scho recht sagt der Bayer da” in die nicht stattfindende Diskussion auf dem facebook-Kanal einzuwerfen. Mehr kommt nicht. Im Gegenteil: Auch hier werden missliebige Kommentare, diesmal von den eigenen Kräften, schnell aus dem Netz genommen.

Das kleine Schiff der Heidenheimer Zeitung in der großen digitalen Welt hat es wahrlich schwer. Man bloggt sich den Frust aus dem Redaktionsalltag (wenn auch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit), man schubst die Nachrichten in den twitter-Stream und in den facebook-Kanal. Das Jugend-Magazin Noise ist online, man hat einen Video-Kanal. Und dann wird man auch noch kritisiert? Kann nicht sein, oder?

Nun, vielleicht hat es was mit Qualität zu tun. Oder damit, dass man diese digitale Welt nicht so ernst nimmt. Nicht so, wie es etwa der Kollege Christian Jakubetz sagt. Oder andere Lokalzeitungen, die sich vielleicht auch schwer tun, aber es immerhin mit der Qualität ernst nehmen. Oder mit dem Dialog. Das wäre ja auch schon mal etwas.

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Ähem, es wäre dann mal so weit: Morgen am Montag ist Geburtstag. Quasi. Nö, nicht meiner. Aber mein twitter-Account wird dann mal vier Jahre alt. Danke, danke….. ;-)

Die ganz genauen Daten: Mittwoch, 9. Januar 2008, 22.35 Uhr, war es dann so weit. Stand heute: 878 Menschen oder Maschinen folgen mir, ich folge 502 Menschen (keinen Maschinen), habe seither mehr als 17440 tweets abgesetzt.

Inspiriert hatte mich Klaus Eck; wieder ein Mal, denn seinen Anregungen zufolge hatte ich schon (damals noch bei typepad) mein erstes Blog eingerichtet.

Auch wenn ich in den ersten Stunden und Tagen etwas ratlos war. Das bin ich heute manchmal auch noch, aber ich mag twitter. Neben Klaus Eck waren auch Wolfgang und Uwe schon da. Nico ertwitterte sich bei einer Veranstaltung in Hamburg Gummibärchen. Später kamen Daniel, Alex, und viele, viele andere hinzu.

Beim Oberbürgermeister-Wahlkampf in meiner damaligen Heimatstadt nutzte ich das damals noch unbekannte twitter für den Kandidaten und heutigen Oberbürgermeister Gerrit Elser; es sind immerhin noch einige aus der Kleinstadt dabei, die damals wissen wollten, was das ist.

Ja, manchmal ist es auch ermüdend. Dann muss ich abschalten, dann wird es mir zu viel. Und missen mag ich es nicht mehr. Wenn ich heute an diese vier Jahre zurück denke, wird mir warm ums Herz. Die Morgen-Timeline, wenn alle zur Arbeit fahren und dabei oft sogar schwere Themen diskutieren, das “Großraumbüro” am Tag, die ganz andere Timeline am Abend, oder gar in der Nacht. Es ergeben sich überraschende Gespräche, manchmal Ärgerlichkeiten, doch entfolgt habe ich nur ganz wenige. Wenn es nicht passt, passt es nicht.

Nervig ist twitter, wenn viele aus meiner Timeline das “falsche” Fernsehprogramm schauen; nun, das muss man ausfiltern oder aushalten können. Und dennoch: Wie war es mal, den “Tatort” ohne twitter zu schauen? Kann mich kaum daran erinnern.

Wir haben gemeinsam viele verschiedene twitter-Werkzeuge erprobt, haben vieles kommen und gehen gesehen. Mittlerweile sehen wir immer weniger: Den Failwhale, der immer wieder da war, wenn bei twitter nichts mehr ging. Dramatische Ereignisse in der ganzen Welt haben dazu beigetragen, das twitter immer populärer wurde.

Mittlerweile habe ich viele liebe Menschen aus meiner Timeline persönlich getroffen, die Liste reißt glücklicherweise nicht ab. Schon jetzt freue ich mich sehr auf die re:publica, der Veranstaltung, die am besten geeignet ist, seine Follower endlich auch mal live zu erleben.

Bei aller Freude, dass immer mehr Menschen aus meiner Vergangenheit auch facebook für sich entdeckt haben, bleibt twitter so etwas wie Internet-Heimat. Zumal es ein Kanal ist, der mich mit einem ganz besonders lieben Menschen verbindet; natürlich nutzen wir alle anderen Kanäle auch.

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