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Wie muss Mann sein?

13. Januar 2013

Da sitzt Mann mit noch leicht verschlafenen Äuglein vor dem Eipättle und staunt ein Bauklötzchen nach dem anderen. Beim Surfen durch das Netz entdeckt der SilverSurfer die „Tussis on Tour“, die Texte der CarrieW und ihre Freitagskolumne, findet auch die …netten Männer…, letztlich auch, das …Frauen erwachsene Männer suchen. Schon letzte Woche hopste „Schluss mit luschig“ in die Twitter-Timeline, gleichsam auch in den Reader. Ach, ja, und das: Ananas  (unbedingt folgen!).

Mann ist nun wach. Und denkt sich sein Teil. Fast drei Jahre nach der abrupten und gegen den eigenen Willen initiierte Trennung einer über 20jährigen Beziehung und Ehe, nach einem harten Aufwachen in einer neuen Realität, nach einigen schönen und auch schmerzhaften Erfahrungen in den letzten Jahren des Single-Daseins. Und nun auch noch neu in der Stadt.

Die Erfahrungen aus dem Bauch heraus, wissenschaftlich also nicht begründbar, sind etwas andere. Frauen, die sich nicht festlegen wollen. Frauen, die nicht antworten, egal auf welchem Kanal sie angesprochen werden (Mann beherrscht einige…). Frauen, die sich nicht auf ernsthafte Gespräche einlassen wollen. Frauen, die nie spontan sein können. Frauen, die nicht fragen. (Junge) Frauen, die nicht telefonieren möchten. Und schon mal gar nicht vorhanden: Single-Frauen im ähnlichen Alter. Mann würde schon gern suchen, würde gern Gelegenheiten finden, überhaupt mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Und tut sich schwer, dazu in eine Disco Club zu gehen, in ein Café, ja, wo denn jetzt mal….? Gelegenheiten sind heute schon mal schwer zu finden.

Da kommt Mann schwer ins Grübeln, nicht zuletzt ob der oben verlinkten Blog-Lektüre. So, so, Mann soll er sein, also richtig. Mit allem, was Männer machen, gleichzeitig verständnisvoll und aufmerksam. Und Mann erinnert sich, Vorsicht, Bilder: Wie er einst in kleidsamen Latzhosen rumlief, Gedichte und Kurzgeschichten schrieb, und diese sogar öffentlich feilbot. Mann erinnert sich noch an eine wunderschöne Romanze, die mit unzähligen Briefen (!) einherging. Mann kennt aufgrund seiner Ausbildung zum Erzieher auch noch die wenigen anderen männlichen Kollegen, die vom anderen Geschlecht häufiger zum gemeinsamen Töpfern eingeladen wurden.

Und dann drehte sich in den folgenden Jahren schon vieles, denn „nette Anmache“ war irgendwann out. Da hatte Mann das große Glück, (s)eine Frau gefunden zu haben. Um nun, nach mehr als 20 Jahren, wieder auf Suche gehen zu müssen können. Dabei hat Mann in den letzten Jahren alles gemacht, was Männer machen. In den letzten Jahren das Kind großgezogen, Wäsche gewaschen, gekocht und gefeudelt. Gleichzeitig Holz gehackt, Traktor gefahren, Zündkerzen gewechselt. Und zudem die arbeitende Frau unterstützt, in vielerlei Form. Hat auch Fehler gemacht, denn jeder macht Fehler. Ach ja, und selbstständig gearbeitet. Hat am Ende auch nichts genützt, weil er dann vor die Tür gesetzt wurde.

Mann weiß schon, das alles anders ist heute. Und findet vieles davon auch gut. Nur eins nicht, immer häufiger wahrgenommen: Dass viele Menschen nicht wirklich ehrlich miteinander umgehen. Und da fehlt es häufig schon an der Kommunikation. Da sind oft Erwartungen viel zu hoch, da sind Träume; aber ehrlich miteinander reden können sie nicht. Das mit den geraden Worten, da passen sie dann, übrigens unabhängig vom Geschlecht.

Wie es den 30jährigen Männern heute damit geht, wie das heute so ist den Frauen, wie sie so sind heute, das kann Mann nur grob verstehen, kurz davor, das halbe Jahrhundert Lebensalter voll zu machen. Und verfolgt mit großem Interesse dieser Diskussion der jüngeren Frauen auf der Suche nach den richtigen Männern. Mann lernt gern noch dazu, jederzeit. Mag auch gern meine Erfahrungen teilen. Gern auch mit Jüngeren. Gern im Netz. Deshalb sind wir hier.

cdv!

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  • Yvonne 13. Januar 2013 at 17:31

    Würde dir gerne einen schlauen Ratschlag geben, wie „Sei einfach du selbst, der Rest findet sich von allein“. Ist aber nicht so mein Ding und hört sich so nach Kochrezept an …

    Im Moment bin ich erstaunt über unsere ähnlichen Geschichten. Nur dass in meinem Falle ich die bin, die nach so langer Zeit gesagt hat, es geht nicht mehr.

    Wünsche dir viel Kraft und gute Freunde, die dich begleiten!

    Yvonne

    • cdv 13. Januar 2013 at 17:34

      Vielen Dank, liebe Yvonne. Das wird alles werden, da bin ich sicher. ;)

  • Stefan Evertz 13. Januar 2013 at 17:41

    Kenne die Gedanken durchaus – und die Ausgangssituation auch ;) Insofern: Danke für einen guten und vor allem ehrlichen Text – und weiter alles Gute bei der Suche…

    Ich würde dir nur an einer Stelle widersprechen oder die Beobachtungen einfach erweitern: Denn die beobachteten Probleme passen nicht nur auf Frauen, all die Unsicherheit und vielleicht sogar Unfähigkeit, sich festzulegen, scheint mir bei beiden Geschlechtern gehäuft aufzutreten – so habe ich es zumindest in den letzten Jahren von beiden „Seiten“ über sich, aber auch über das jeweils andere Geschlecht gehört.

    So spannend dieser Diskurs auch ist und das , was man darin über sich selber lernt, so einfach ist vielleicht am Ende die „Erfolgsstrategie“ – und die ist mir schon vor mehr als 20 Jahren aufgefallen (und sie hat sich seitdem mehrfach bewahrheitet): Denn erst wenn man aufhört zu suchen, kann man finden.