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Wir müssen weiter daran arbeiten, dass es in Zukunft gute Barcamps geben wird. Meine Erkenntnis des Barcamps Ruhr #bcruhr6 im Essener Unperfekthaus birgt auch einige Bedenken. Deutlich wurde mir dies im Rahmen der Session des bcruhr-Organisators Stefan Evertz zur “Zukunft der Barcamps”. Klar ist auch, dass es in Zukunft mehr Themencamps geben wird. Ein Grund mehr, die besondere Kultur der Barcamps zu pflegen, sie sogar auszubauen. Stefan hat dabei  deutlich gemacht, welche Ingredienzien dazu notwendig sind. Das #bcruhr ist gleichzeitig beredtes Beispiel.

Neben einer guten Vorbereitungsorganisation und der Versorgung mit gutem Essen (D’accord!) spielt die Location eine der wichtigsten Rollen für den Erfolg von Barcamps. Dabei vergleiche ich das Barcamp Ruhr sogar mit der re:publica. Das Unperfekthaus ist ein Traum. Die Station auch. Wenn man etwas daraus macht. Beide zeichnen sich nach meiner Meinung in der Detail-Liebe aus. Die Aufmerksamkeit und Sorgsamkeit der Locationbetreiber und der Camporganisatoren für ihr Publikum ist für viele vielleicht nur im Unterbewusstsein spürbar. Und tragen dabei zum Erfolg der Veranstaltung enorm bei.

Sessionräume unterschiedlicher Größen und Ausstattung sind dabei nur ein Teil. Denn das bieten viele Locations. Gleichzeitig Atmosphäre und Rückzugsräume für Gespräche von kleinen oder größeren Gruppen vorhalten zu können, ist ein wichtiger Aspekt zudem. Er sollte nicht unterschätzt werden.

Bedenken habe ich etwas, wenn es um das Organisationspersonal der Barcamps geht. Dabei meine ich nicht die vielen fleißigen Helfer, die sich nahezu immer finden. Die bestorganisierten Camps hängen an Initiatoren, die in den letzen Jahren viel Erfahrung gesammelt haben. Gelingt es jenen, diese Erfahrungen rechtzeitig an andere weiterzugeben? Finden sich Mutige, die an diese Erfahrungen andocken und die Camps weiterhin anzetteln und vorbereiten? Das ist mein Wunsch, aber auch die Aufforderung an die Erfahrenen, rechtzeitig und mit Umsicht ihren irgendwann verständlichen Rückzug vorzubereiten. Denen, die sich an die Camp-Initiierung trauen, müssen wir ohne eigene Interessen Unterstützung anbieten.

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Christian de Vries
Christian Dingler 

Neben den Barcamps werden künftig auch die Blogposts über die Barcamp-Teilnahme wesentlich besser. Und nicht nur die. Das “gelobten” mehr als 60 Teilnehmer, die im Rahmen des #bcruhr6 im Essener Unperfekthaus an der Session “Schönerbloggen-Besserschreiben” von Christian (Dingler) & Christian (de Vries) teilgenommen hatten. Neben vielen technischen Tipps zum Aufbau eines Posts wurden auch Fragen zu Themen und Technik sowie zur passenden Literatur beantwortet.

Mit Themen ist das so eine Sache. Die wenigsten sind von Natur aus so interessant, dass man ihnen freiwillig ein paar Minuten seiner Lebenszeit opfert. Ein paar einfache Kunstgriffe machen allerdings auch das Stück zum sprichwörtlichen Sack Reis zu einer spannenden Geschichte.

Wie sollen also die Blogposts aussehen? Lesbar! Ohne Geschwafel über Anreise oder Küsschen oder Grüße. Das lässt sich anderweitig erledigen. Kommt auf den Punkt. Schnell. Und ihr werdet gelesen.

Kein Mensch liest freiwillig Besinnungsaufsätze oder Erfahrungsberichte, die einfach nur ohne erkennbaren roten Faden kreuz und quer durch die Thematik wabern. Die Kunst des Zuspitzens besteht im Weglassen. Zunächst alles das, was unwichtig ist. Vom Rest sucht Ihr Euch einen Aspekt aus und über den erzählt Ihr.

Der Titel

Kurz und knackig. Wenn der Titel schon vorher feststeht, den Text darunter schreiben. Sonst erst den Text schreiben. Wenn’s schwer fällt: Fünf Titelvorschläge auf ein Blatt Papier schreiben, eine Stunde ruhen lassen. Der beste wird sofort sichtbar. Der knackige Titel wird auch der Tweet, mit dem der Text promoted wird. Also: Krachen lassen!

Wenn Ihr gezwungen seid, über den sprichwörtlichen Sack Reis zu schreiben, gibt es eine Technik, die hilft, das Thema spannend zu machen. Dreht das Rad weiter. Gebt dem Thema einen “Spin”. Einige Aspekte eignen sich besonders gut für einen Spin:

Konfrontation: Umgefallener Sack Reis sorgt für schlechte Stimmung in China
Harmonie: Chinesische Familie versöhnt sich über umgefallenen Sack Reis
Wirtschaft: Jährlich Schäden von 1,5 Mio. Euro durch umfallende Reissäcke
Tradition/Geschichte: Schon die alten Römer nervten Geschichten über umfallende Reissäcke
Zukunft: Startup verspricht: Nie wieder umfallende Reissäcke
Nähe: Sack Reis im Essener Unperfekthaus umgefallen
Außergwöhnlichkeit: Sack Reis ausnahmsweise stehen geblieben

Der Teaser (Vorspann)

Das Wichtigste voran: Erkenntnis, Einsicht, Nachricht. Dann: Möglichst viele W-Fragen (wer, was, wann, wo, warum, wie) in den ersten Sätzen verpacken. Dann weiß der Leser worum es geht (siehe oben).

Ihr merkt schon: Das kann unter Umständen sehr plakativ werden. Nicht alle Spins geben auch eine vernünftige Geschichte ab. Die Technik hilft allerdings, das Thema weiter zu drehen und einen Aspekt zu finden, der es Wert ist, erzählt zu werden.

Der Text

Auch knackig. Aktive Formulierungen, kurze Sätze, nicht mehr als 14 Wörter pro Satz, wenn möglich. Mut zur wörtlichen Rede, gute Zitate sind Salz und Pfeffer jeden Beitrags. Der Leser klebt an den Lippen derer, die zitiert werden. Die Fakten übersichtlich präsentieren, gern per Spiegelstrichen oder Nummerierungen. Nicht immer lange erklären. Dafür gibt es Links.

Bei längeren Texten mag nicht nur die Suchmaschine Zwischenüberschriften. Der Leser dankt, weil es dem Text Struktur gibt.

Wenn es nicht nur um Fakten geht, könnt ihr Bilder und Situationen beschreiben. Führt den Leser in die Situation, die euren Anlass widergibt. Adjektive sind in dieser Situation Zucker. Beschreibt die Atmosphäre, das Drumherum. Schafft ein Bild.Erzählt von Menschen

Viele kennen aus dem Studium das Gefühl, sich durch einen Text quälen, ihn erarbeiten zu müssen. Das hat einen Grund. Abstrakte Sachverhalte sind sehr trocken. Sie fesseln, wenn überhaupt, nur absolute Fachleute. Was uns fesselt, sind Geschichten von echten Menschen. Erzählt also nicht die Geschichte “In Essen ist ein Sack Reis umgefallen” – was ich lesen möchte, ist “Stefan und Katja waren entsetzt, als sie am Morgen des 10. März einen umgefallenen Sack Reis im Lager des Unperfekthaus in Essen entdeckten.” Das mag jetzt ein sehr plakatives Beispiel sein, aber Ihr merkt – es funktioniert. Je nach Geschmack kann man auch weniger dramatisch formulieren. Sollte man vielleicht sogar.

Die Literaturhinweise und eine gute Zusammenfassung unserer Session hat Frank Bergmann parat: http://blog.hildwin.de/2013/03/10/bcruhr-blogger-lesen-tageszeitung/

Dieser Beitrag ist die Dokumentation unserer gemeinsam gehaltenen Session “Schöner Bloggen” auf dem Barcamp Ruhr.

Ein wunderbares Tool zur Textüberprüfung: http://wortliga.de/textanalyse/

Dank den Sponsoren GLS Bank, Wunderman, Denkwerk, TechSmith, Rheinschafe, Simyo, 9elements, LVQ, pixoona, lokalkompass.de, spontacts, immowelt.de, autonetzer.de, Kwiitsch.

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“Wir sind in der gleichen Gruppe. Und  ich würde mich freuen, wenn wir uns auch hier vernetzen.” Der Standard. Frau oder Mann, die da beim Netzwerk anfragen, sind mir völlig unbekannt. Es gibt keinen Anlass, nur den Einsammel-Wahn. Klick. Löschen. Weg. Den meisten Kollegen geht es genau so. Auch Ute Klingelhöfer, selbstständige Beraterin, die immerhin jetzt die Erfahrung macht, dass Menschen aus ihrem beruflichen Umfeld sie gern auf facebook kontaktieren möchten. Was sie bisher abgelehnt hat. Warum? Das überlegt sie auch gerade, und hat nach einer Diskussion mit mir und der Frage “Wie jetzt?”  gleichzeitig eine Blogparade gestartet.

Vernetzen? Wie, warum, mit wem, wo? Mal überlegen.

Twitter

Hier ist jeder gern willkommen. Der Account, mittlerweile mehr als fünf Jahre offen, ist über die Jahre stetig gewachsen. Mal mehr, mal weniger, auch mal wesentlich weniger, aber er läuft. Die Frage ist nun, wem ich folge. Etlichen beruflichen Kontakten, vielen interessanten Menschen, aus denen in einigen Fällen auch so etwas wie Freundschaft entstanden ist, einigen Themen-Accounts aus beruflichem Interesse, einigen aus Neugier, einigen aus purer Freude. In einigen Fällen ist mir das Zurückfolgen auch gar nicht so wichtig. Ich mag sie gern lesen. Was ich in den letzten Jahren schon immer gern gemacht habe: Den sehr netten Twitter-Menschen auch im richtigen Leben zu begegnen. Was immer mal wieder gelungen ist, und weiterhin gelingen wird. Das macht richtige Freude! ;)

facebook

Auch hier nahezu offen wie ein Scheunentor. Nun, nicht ganz. Es sollte irgendeine Beziehung zueinander geben, sei es um drei Ecken, einem Thema, oder auch hier mit der Aussicht, sich in absehbarer Zeit im richtigen Leben treffen zu können und wollen.  Ab und an werfe ich auch wieder jemanden heraus, weil das Leben sich verändert hat. Wer mir auf Twitter schon folgt und ich ihm oder ihr auch, hat gute Chancen, hier hineingelassen zu werden. Meine Konsequenz: Die ganz bösen Dinge in meinem Leben kommen nicht so wirklich hier vor, das liebste ist mir Vernetzung, am liebsten sind mir jene, die aktiv hier herumwerkeln. Nur gucken ist irgendwie etwas öde.

Google+

Macht mir immer wieder und im Moment wieder sogar zunehmend Spaß. Wo die ganzen Einkreiser herkommen, ist mir ein völliges Rätsel. Wenn ich jemanden entdecke, den ich in anderen Netzwerken schon kenne, kreise ich ein. Manchmal auch aus dem Stream heraus, der hinein gespült wurde; es haben sich sogar Kontakte daraus ergeben. Der latente Wunsch, dass das noch mal richtig groß wird, dieses technisch ziemlich geile Netzwerk, bleibt seit der ersten Nutzung. Und ich denke, dass es das wird.

XING

Sauber. Total. Nur nach vorheriger Kontaktaufnahme, nur  im richtigen Leben. Es gibt wohl nur zwei Ausnahmen in diesem Netzwerk, die ich jemals gemacht habe.  XING ist meine Visitenkartensammlung, nicht mehr, nicht weniger. Also immer schön die Kontaktdaten pflegen, damit ich euch erreichen kann.

Linkedin

Ein ganz klein wenig lässiger, aber hierbei gilt nahezu der gleiche Grundsatz wie beim deutschen Netzwerk.

Foursquare

Ich staune immer, wer da so kommt. Aber ihr dürft alle mitmachen. Es hängt einfach an meiner Laune. Wenn ich gut drauf bin, lasse ich euch rein. Wenn nicht, nicht. So ist das in diesem Leben.

Aufgrund meiner beruflichen Situation vernachlässige ich gerade massiv so supernette Netzwerke wie Instagram. Ärgert mich auch, wird sich auch wieder ändern. Gemach, gemach. Erstaunlich ist beim Blick auf die Netzwerke, dass es nicht mehr sind, wo ich mich gerade vernetzen will. Das oben beschriebene Sammelsurium ist der Kern, seit vielen Jahren. Andere Netzwerke haben mich in dieser Form bisher nicht überzeugt, oder ich musste oder wollte sie nicht nutzen. Und wenn ich etwas vergessen habe, reiche ich das nach.

Jetzt seid ihr dran! ;)

cdv!

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In der E-Mail-Signatur steht “Manager Social Media”. Wenn ich das meiner Mama sage, schüttelt sie den Kopf. “Und was soll das sein?”, wird sie fragen. Ok, also erklär’ ich euch das mal. Weil Wibke das ja auch noch wissen will. Und dann muss man gleich noch die Blog-Parade erklären…. o, wait*.

Kurz und knackig: Ich schreibe Texte ins Internet. Die etwas längeren landen hier, die ziemlich viel kürzeren landen hier. Liest sich einfach. Aber so ganz einfach ist das nicht. Denn ich muss  jeden Tag Themen und andere Texte im Internet finden, die hoffentlich auch die Blog-Leser und die Follower interessieren. Und überhaupt musste ich erst einmal in Erfahrung bringen, was eine Versandapotheke so macht. Und was es mit der Gesundheits-Wirtschaft insgesamt so auf sich hat. Das alles ist schon interessant und spannend.

Darüber hinaus habe ich die Aufgabe, auch den Mitarbeitern unseres Unternehmens das Thema Dialog im Internet näher zu bringen. Ich erkläre viel, ich zeige viel; wir überlegen in unserem Team, was und wie wir auf den Kanälen anbieten wollen.

Das Metier der digitalen Kommunikation kenne ich schon lange. Eingesetzt habe ich es etwa für die opernwerkstatt, was mal einen Heidenheimer Spaß gemacht hat. Um nämlich heute auch zu wissen, wie eine Opernproduktion entsteht. Die weiteren kleineren und größeren Projekte oder Fragestellungen in den Jahren als Kommunikationsberater waren immer wieder interessant, weil es so viele unterschiedliche Branchen betraf. Und ich war immer wieder in irgendeiner Form dabei.

Das mit den Berufsbezeichnungen fand ich in den letzten drei Jahrzehnten nicht so wichtig. Ich habe mal den Beruf des Erziehers gelernt, ich habe bei einer Zeitung volontiert und als Tageszeitungs-Redakteur für einige Zeitungsverlage gearbeitet, ich habe später Veranstaltungen geplant, Texte geschrieben, Kommunikation für Unternehmen geplant, viel fotografiert oder fotografieren lassen, Videos gedreht oder Videos drehen lassen, Blogs aufgesetzt oder Blogs aufsetzen lassen.

Das hat alles viel Spaß gemacht. Und das Beste kommt noch: Am meisten Spaß macht es  immer wieder, viele interessante und liebenswürdige Menschen kennenzulernen. Und dann sind wir wieder da, wo ich angefangen habe. Und da geht es nicht nur darum, Texte ins Internet zu schreiben. Viel mehr Menschen zu treffen, sehr gern digital, am liebsten irgendwann persönlich. Um daraus noch viel mehr zu machen.

cdv!

Was ist eine Blogparade: Eine Blog­pa­rade ist eine Mit­machaktion, die der Ver­net­zung und Sicht­barkeit aller Blog­ger dient — und eine hof­fentlich wun­der­bare Samm­lung von Artikeln zum Thema ergibt.
Der Ver­anstal­ter ruft Blog­ger auf, inner­halb einer bes­timmten Zeit zu einem von ihm vorgegebe­nen Thema einen Artikel zu posten. Die Blog­ger schreiben den Beitrag und ver­linken auf den Aufruf. Nach dem Ablauf der Aktion fasst der Ver­anstal­ter alle Beiträge in einem Post zusam­men und ver­linkt auf diese. (Quelle: Wibke (s.o.) ;)

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Oder anders: Brauchen wir eine Alternative zu facebook? Während Christian tumblr ins Feld führt (zum Anlass der Diskussion komme ich später noch….), ist es nach meiner Meinung nach nicht die Frage, ob facebook sich ändert, und damit gut ist. Sondern vielmehr die Frage, die ich im Titel aufgeführt habe: Was wollen wir eigentlich?

Die digitale Vernetzung stellt uns vor neue Fragen. Vernetzen wollen sich alle. Wirklich alle? Oder anders gefragt: Wie können sich Menschen, Marken, Organisationen und Unternehmen in diesem Netz treffen? Denn genau darum geht es.

Während die privaten Nutzer ihren Leidenschaften und ihrer Neugier und ihrem Mitteilungsdrang nachgehen möchten, wollen sie dies zuweilen auch gegenüber Marken und Unternehmen tun. Weil es Teil ihrer Leidenschaft ist, weil es Teil der Leiden ist, die sie haben. Weil es Teil der Vernetzung ist. Gleichzeitig wollen ob dieser Vernetzung auch Unternehmen, Organisationen und Marken ihre Fans, Freunde und Kritiker treffen. Dialog ist angesagt. Gut also, wenn man sich treffen kann. Vielleicht bei facebook. Vielleicht auf einer anderen Plattform.

Dies hat facebook in den letzten Jahren einigermaßen, manchmal mit viel Ach und viel Krach, zusammen bekommen. Ein Teil des Erfolgs, ein Teil des Wachstums, ein Teil der Motivation. Jene nämlich, die dazu geführt  hat, etwa so viele deutsche Bürger dazu zu bewegen, sich auf einer Plattform anzumelden. Und sogar aktiv zu sein.

facebook befriedigt die einfachsten Bedürfnisse dieser Menschen: Etwas aus ihrem Umfeld erfahren zu können. Etwas sehen zu können. Ihre Begeisterung für Marken und Aktionen teilen zu können. Ihre Kritik zu äußern. Sich organisieren zu können. Sich miteinander unterhalten zu können, und sich miteinander unterhalten zu können, ohne das andere das mitbekommen. facebook bietet den Raum dafür.

Und ab hier scheiden sich dann die Geister. Obgleich ich die Begeisterung Christians für tumblr teilen kann, weil es eine wirklich gute Plattform ist, die durchaus Begeisterung wecken kann; ein ernsthafter Wettbewerber zu facebook wird tumblr so nicht werden. Es ist technisch nahezu perfekt, es bietet nur diesen Raum nicht, den die Menschen in diesem Netz und auf einer Plattform für sich haben wollen. Und es bleibt dabei, lieber Christian: Die 90 – 9 – 1 Regel rulez. Es braucht die Masse, weil nur dann eine solche Plattform leben kann. facebook hat das geschafft. Da führt so schnell kein Weg dran vorbei.

Was uns wiederum zum Wettbewerb führt. Ein ernsthafter Wettbewerber zu facebook fehlt. g+ kann, wenn auch technisch ebenso begeisternd wie tumblr, derzeit nicht die Grundbedürfnisse der Masse Mensch zufrieden stellen. Mag am Look & Feel liegen, mag an anderen Dingen liegen; wobei ich manchmal ahnen möchte, dass Google seiner Zeit hier schon wieder zu weit voraus ist. Erinnert euch an das geniale wave.

Dennoch tut Wettbewerb dringend not. Weil es ein wichtiger Motor und damit Antreiber ist, besser zu sein als der andere. Zum Nutzen der Nutzer. Wenn facebook niemand das Wasser reichen kann, werden sie weiter ihren Wasserkopf ausbauen, die Plattform verwalten. So lange, bis auch die Anteilseigner irgendwann irgendeinen Gewinn daraus schöpfen können. So lange kein anderer Anbieter angreift, ist keine Eile geboten. Das beste Beispiel dafür ist übrigens Microsoft, das zweite ist Nokia. Und wer heute sieht, wie diese beiden Unternehmen agieren, kann eine Ahnung haben, wie facebook irgendwann aussehen kann.

Leider war zu wenig Mut in den letzten Jahren da, dass sich Ideen oder Ansätze (von Diaspora mag ich nicht reden) so weit entwickelt haben, um genügend Entwicklungs-Kapital aufzutreiben. Der Vorsprung, den facebook entwickelt hat, ist derzeit so groß, dass es eine Menge an Aufwand braucht, diesen einholen zu können. Vielleicht erleben wir dies, wenn asiatische Unternehmen den Expansionsdrang ihrer Plattformen auf der Welt austoben wollen. Das könnte noch interessant werden, weil sie ein anderes Gefühl für die Masse haben, die es braucht.

Zu guter Letzt, lieber Christian, noch etwas Recherche-Handwerk an die Hand gegeben: Auslöser meiner Meinungsäußerung, die dich zum Post und mich zur jetzigen Replik brachte, war der Tweet einer gewissen @punktefrau, in der sie auf den guten und in diesem Zusammenhang durchaus noch einmal linkwertigen Beitrag von Martin Weigert auf netzwertig verwies. Vielleicht kennst du sie ja…. :D

cdv!

 

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Es war nicht ganz so... ;)

Wer professionell digitale Kommunikation betreibt, kommt am Monitoring nicht vorbei. Und was heißt das? Das, was die Technik hergibt.  Gemessen wird, was geht. Und da geht einiges.  Likes, Shares, tweets und retweets, das sind noch die leichtesten Übungen. Wer sagt wann was wo, und wie. Welcher Post zu welcher Uhrzeit, welcher tweet mit welchem Inhalt, mit Bild oder ohne; wie sind die Reaktionen, wie ist das Sentiment. Wer ist das, wer da auf den eigenen Seiten ist, wer agiert da, mit welchem Ziel. Oder auch nicht. Geht alles. Das Internet ist in vielen Bereichen messbar. Das Ziel: Gut sein, besser sein, mehr Service, mehr Kundenbindung, mehr verkaufen. Denn das wollen alle. Und obgleich das  Monitoring ja noch eine sehr junge Disziplin ist, geistert mir nach zwei Tagen Monitoring-Camp in Hamburg  eine Frage durch den Kopf:  Zu viel Technik?

Der Reihe nach. Es ist gut, wenn sich immer mehr Menschen aus diesem Netz im richtigen Leben treffen, und dabei die Themen diskutieren, die sie bewegen. Dass das Camp-Format vorzüglich ist, zeigt sich auch hier in Hamburg, wo die Organisatoren den richtigen Rahmen bieten. Und am Ende zeigt sich auch, dass es eine gesunde Mischung von Unternehmens-Vertretern, Monitoring-Anbietern und weiteren Interessierten ist, die das Camp und den dort entstandenen Sessions zu einer sehr kurzweiligen Veranstaltung machen.

Gesprächsbedarf besteht mehr denn je. Das noch „neue“ Monitoring verwirrt nämlich auch. Insbesondere dann, wenn es um die Mess-Indikatoren und zudem auch um die sogenannten KPI geht. Von Einheitlichkeit mal keine Rede; wie auch, wenn jedes Unternehmen oder Organisation ganz anders tickt. Und schnell erweist sich in den Diskussionen auch, wie tief die digitale Kommunikation in die Struktur der Unternehmen eingreifen kann, wenn man nur einmal die Beteiligten in den Unternehmen oder Organisationen aufzählt, deren Interessen an der Kommunikation dazu schreibt, um gegebenenfalls anschließend einen Key Performance Index aufzustellen.

Gute Gelegenheit immerhin für einige der professionellen Anbieter in Deutschland und Europa, sich hier im Rahmen des Monitoring-Camps  auch zu treffen, sich zu präsentieren, gegebenenfalls auch auszutauschen. Gute Gelegenheit für Unternehmen, mal unverbindlich in das ein oder andere Tool zu schauen.  Für gutes Geld bieten die professionellen Dienstleister nahezu alles; zuweilen schon zu viel, wie Anwender bemerken.  Da tut es schon gut, wenn etwa @ForschungsWeb in dem nahezu jetzt schon unüberschaubarem Markt der Monitoring-Anbieter eine Übersicht präsentiert, damit man einen Überblick hat.

Die anwesenden und nicht anwesenden Anbieter  müssen sich, auch hier im Rahmen des Monitoring-Camps, der Vielzahl von kostenlosen Werkzeugen gegenüber stellen, die erfreulicherweise von Christine Heller und Tim Krischak  ebenbürtig behandelt werden. Nicht alles taugt, aber es lassen sich immerhin damit schon eine ganze Reihe und interessante Rückschlüsse ziehen. Auch hier: Zahlen, Balken, Diagramme; und damit dann am Ende zweier sehr interessanter Tage zur oben erwähnten Frage zurück: Zu viel Technik?

Den Eindruck kann man haben, und dabei ist das Social Web dann alles andere als sozial, wenn es lediglich auf die nackten Zahlen reduziert wird. Da kann man noch so lange über die „Tonalität“ sprechen, die muss am Ende nach einer ersten maschinellen Auswertung von einem Menschen gelesen und letztlich bewertet werden. Oder anders: Reichweite und Engagement im Internet sind toll. Besser ist es noch, dem Kunden, Fragenden oder Interessierten mit Hilfe dieser vernetzten Technik geholfen haben zu können. Ob mit Monitoring, oder auch ohne.

Das Monitoring-Camp ist richtig gut. Und meiner Meinung nach ist es wünschenswert, wenn es künftig  im  Reigen der  Themen-Camps  einen festen Platz hat. Weil das Thema weiterhin spannend ist, bleiben wird. Und ich denke, dass sich dort noch sehr viel entwickeln wird. Und wenn  wir schon beim Wünschen sind: Gern auch eine Location, die im wahrsten Sinne des Wortes etwas  „ mehr Raum“ bietet.

cdv!

Weitere Rückblicke und Links:

Jörn Sieveneck

Dr. Karin Windt

Feuermädchen

PR Report (Anja Beckmann)

Björn Negelmann

newsaktuell

Julia Scharmann

Julia Jachmann

Die Slides von Christine und Tim

Silke Schippmann

Susanne Ullrich

Thomas Schwenke

Christine für 3C

Webosaurus

Stefan Klix

brandwatch

Andre Luce

Sina Gritzuhn

Julia Neumann

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Kurz und gut: Ab dem 15. September werde ich als Manager Social Media bei “DocMorris” unter Vertrag stehen. Gemeinsam mit einem jungen und enthusiastischen Team wollen wir als moderner Dienstleister im Gesundheitswesen künftig auf den digitalen Kanälen unterwegs sein; es gilt, sie nun mit aller Sorgfalt aufzubauen. In den nächsten Wochen werde ich damit beschäftigt sein, die letzten spannenden Aufträge in meiner Selbstständigkeit abzuwickeln, dann die kleine Agentur einzumotten; ach ja, umziehen muss ich auch.  Nach einigen sehr schwierigen Jahren freue ich mich auf diese neue Perspektive und spannende Aufgabe.

Etwas ausführlicher: So sehr ich in den letzten Jahren meine Selbstständigkeit geschätzt habe, konnte  ich dennoch nach langem Nachdenken einen sehr wichtigen Punkt für mich finden, den ich gern wieder in die Tat umsetzen wollte: Die Arbeit in einem Team. Wer mich kennt, weiß auch, wie gern ich mit Menschen umgehe, mit ihnen Kontakt aufnehme, mit ihnen rede, diskutiere, Projekte anplane und in die Tat umsetze. Darüber hinaus war mir wichtig, mit meiner doch inzwischen einigermaßen angesammelten Erfahrung beim Aufbau eines Projektes mit Rat und Tat gleichermaßen behilflich sein zu können. Nach den Gesprächen im holländischen Heerlen hatte ich rasch den Eindruck:  Passt. Check. Und habe mich dann sehr gefreut, dass das Team dies auch so gesehen hat.

Dass ich mich auch auf eine völlig neue Umgebung freue, wissen jene, die mich etwas besser kennen. Aber was wären neue Perspektiven ohne Wermutstropfen? Das eine Auge lacht, das andere weint, ehrlich zugegeben. Mein Junior, den ich dann nicht mehr so häufig sehen kann, wird mir sehr fehlen. Die skype-Drähte werden künftig glühen, ein immerhin, wenn auch schwacher, technischer Ersatz.

Einige wunderbare Projekte der Vergangenheit konnte ich bereits abschließen und sogar in neue Hände übergeben, weil für mich schon seit einiger Zeit klar war, dass es mich in die Ferne ziehen wird. Der schwäbischen Ostalb sage ich “Tschüss!”, die Kollegen und Freunde hier werden herzlich umärmelt, man sieht sich wieder, ohnehin gern und nahezu jederzeit in Digitalien.

cdv!

P.S.: Und das Blog hier baue ich irgendwann um. ;)

 

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Puh. Ist. Jetzt. Raus. Der neue Termin für das operncamp.

Hier, bitte notieren: 12./13 Oktober 2012, Bayerische Staatsoper München

Mann, was waren das für Kopf- und Bauchschmerzen, als klar war, dass der Termin im Juni wegen der viel zu wenigen Anmeldungen nicht laufen würde. Schlaflosigkeit, galore. War. Nicht. Nett.

Aber wir, nämlich der Johannes Lachermeier und meine Wenigkeit, haben nicht locker gelassen, Ursachenforschung betrieben, gelernt, etwas gelitten, zugegeben, aber mal nicht verzagt.

Und jetzt ist es der zweite Versuch, diejenigen zusammen zu bekommen, die für Oper, Opernfestspiele, für Theater und Orchester online machen, oder in Erwägung ziehen, online und digitale Kommunikation für die Kultureinrichtungen zu machen. Wobei: Jeder, der möchte, kann mitmachen.

In den nächsten Wochen werden wir über Rahmen und vielleicht auch Programmpunkte nachdenken, und ihr könnt dabei mithelfen. Bitte bei der Seite operncamp/Programm mit einem Kommentar Ideen hinterlassen, damit wir das gegebenenfalls einplanen können.

Erste Wünsche für ein “Vorglühen” vor dem Camp sind auch schon eingetroffen; na, also. ;) Läuft.

Freue mich, bekannte und möglichst viele unbekannte Gesichter in München zu sehen.

cdv!

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Orrrrrrrr, der Daniel Rehn will jetzt in einer Blogparade wissen, welche Apps man so im Telefonkasten hat. Woher soll ich das wissen….  Hm, mal nachdenken.

Ok, dann schauen wir hinein in den Kasten:

1. hootsuite

Genauso wie auf dem Laptop-Rechner ist auch im Telefonkasten hootsuite für mich das twitter-Programm der twitter-Programme. Hier kann ich die mehreren Accounts managen, timen, suchen, läuft. Ab und zu zickt es, aber das war bisher überschaubar. Auf dem Laptop läuft bei mir auch noch die chrome-Extension von tweetdeck, aber ich kann (oder mag) mich nicht daran gewöhnen.

2. flipboard

twitter-Stream am Sonntagmorgen in aller Ruhe und mit Genuß durchschauen? –> flipboard, fb-timeline checken in aller Ruhe und mit Genuß –> flipboard, feeds checken in aller Ruhe und mit Genuß….. ach, ihr wisst schon?  Ich hab’ das noch nicht ausgereizt, aber es macht einen Riesenspaß.

3.instagram

Wird immer besser, wird immer netter, man muss nur dranbleiben. Die kleinen Dinge des Alltags zu instagramisieren ist lustig, zuweilen herausfordernd, sehr oft sehr nett. Anderen zu folgen hat manchmal zur Folge, die Kinnlade mühsam wieder herauf schieben zu müssen, weil es so unglaublich gute instagram-Fotografen gibt. Sei’s drum, das Leben ist bunt.

4. Wortwechsel

Ein Leben ohne Wortwechsel ist möglich, aber sinnlos. Diese feine Art, nach vielen, vielen Wörten zu suchen, ist einfach die schönste und netteste Art, gleichzeitig den Geist, den oft müden, wieder ein wenig auf die Bahn zu schubsen. Ok, ok, manchmal nervt es auch, wenn man nicht drauf kommt, oder, wenn man sieht, welche Wörter da möglich gewesen wären (woher die den Wortstamm haben, weiß ich immer noch nicht).

5. tv spielfilm

Der Wenigseher kann hier schnell die Sender filtern, welche er ohnehin sehen will, und ist damit schnell im (Fernseh-)Bilde. Dazu passend eigentlich zattoo, das auf dem Telefonkasten noch besser funktioniert als auf dem Laptop.

6. Regenradar

Schon mal Wäsche aufgehängt, und dann beim Rückweg den wolkenverhangenen Himmel betrachtet? Eben. Regenradar hat mir viele wunderschöne Stunden bereitet, weil ich wusste, das meine Wäsche trocken wird.

Und wenn wir schon mal dabei sind, die gerade dringenden App-Wünsche: Telefonkasten als Autoschlüssel (sowieso Türschlüssel, btw), täglicher Rapport aus dem Kühlschrank, Meldung bei Waschmaschinen-Stop…, ihr wisst schon, die eher dringenden täglichen Dinge.

Bin gespannt auf die anderen Beiträge.

cdv!

P.S.: Verlinkung kommt später; wenn ich weiß, wie das geht^^

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Foto: Markus Rollbühler

“Noch nie hat es die Möglichkeit gegeben, solche Inhalte in der Geschwindigkeit und Breite in Texten und bewegten oder nicht bewegten Bildern zu verbreiten und zu vervielfältigen, wie es das Internet erlaubt. Und noch nie gab es deshalb eine so große Gefährdung des geistigen Eigentums. Doch vor diesen Problemen darf das Urheberrecht nicht kapitulieren. Erfolgreiche Rechtspolitik resultiert nicht aus der Beritschaft, einer fast normativen Kraft des Faktischen einfach nachzugeben. Vielmehr muss es Aufgabe der Rechtssetzung bleiben, einer solchen Kraft entgegen zu treten und die von der Rechtsgeeinschaft im Prinzip anerkannten Recht zu bewahren und zu sichern.

Dabei dürfen sich Gesetzgebung und Rechtssprechung aber auch nicht über Veränderungen des Rechtsbewusstseins hinwegsetzen. Vielmehr gehört der Dialog zwischen den streitenden Interessengruppen in der Öffentlichkeit über das, was richtig und falsch ist, zu den wesentlichen Bestandteilen der Demokratie. Deshalb stellt sich die Frage, ob die derzeitigen gesetzliche Ausgestaltung der Urheber- und Leistungsschutzrechte der modernen Mediengesellschaft gerecht wird. Dies ist aus Sicht des Bühnenvereins nicht in jeder Hinsicht der Fall. Eine behutsame Änderung des Urheberrechtsgesetzes erscheint daher durchaus geboten.” (Resolution des Deutschen Bühnenvereins bei der Jahreshauptversammlung 2012 in Ingolstadt)

Die Bühnen stecken etwas im Dilemma. Denn auf der einen Seite sind die Chancen, auf der anderen Seite die Rechte.  Während sie auf der einen Seite die Chancen zu gern nutzen würden, für ihre Produktionen werben zu können, stehen dem die Nutzungs- und Leistungsschutzrechte diametral entgegen. Kurzes Beispiel: Wenn nur einer der beteiligten Künstler einer Veröffentlichung widerspricht, wird es nicht einmal einen Kurztrailer etwa zu einer spannenden Inszenierung geben.

Der Deusche Bühnenverein sucht somit nach moderaten Lösungen. “Das Internet ist viel mehr Chance  als Risiko”, formuliert es Geschäftsführer Rolf  Bolwin auf der Pressekonferenz nach der Hauptversammlung in Ingolstadt. Von Inszenierungen, die das Internet als künstlerisches Element verwenden, über Dialog und Kommunikation bis hin zur schon erwähnten Chance, in diesem Netz durchaus andere Nutzergruppen erreichen zu können, um sie für Theater, Orchester oder Oper zu interessieren.

Die Resolution ist ein pragmatisches Werk, das Anerkennung an die Künstler ebenso unterstreicht, wie eben auch das vehemente Interesse der Bühnen als Arbeitgeber, für ihre Arbeit das Internet ebenso nutzen zu wollen. Und das geht derzeit mal gar nicht. Von Kritiken der Tageszeitungen, die im Internet der Bühnen nicht abgebildet werden dürfen, muss dann auch gesprochen werden: Die Verlage lassen in diesem Geschäft gern geschäftig grüßen.

Gleichwohl hinken die Bühnen noch massiv hinterher. Keine Frage, dass sie sich mit den wichtigen Fragen des Leistungsschutzrechtes auseinander setzen, doch das geschieht eher oldschool. Denn twitter, facebook und Co. sind in der Landschaft der Bühnen noch lange nicht angekommen. Das Streamen von Inszenierungen interessiert viele, denn es könnte die Zahl der Besucher wahrhaft steigern. Diese zu binden, sie einzubinden, sie um Meinung zu fragen, das geschieht noch zu wenig. Die wenigsten Bühnen haben nach Auskunft von Fachleuten entsprechende Kanäle, die sie kontinuierlich und nach den ungeschriebenen Gesetzen der digitalen Kommunikation bedienen. Eine der löblichen Ausnahmen: Die Bayerische Staatsoper.

Dabei könnte insbesondere der Deutsche Bühnenverein sein Dilemma dort in die Diskussion bringen, wo sie stattfindet: im Netz. Und mit Sicherheit auch Freunde finden, wenn etwa großartige Inszenierungen der durchaus großartigen deutschen Bühnen mehr im Netz zu finden wären. Denn das Fernsehen ist gerade auch nicht ein Freund der Bühnen, weil es das nicht sendet, was diese mit oft großem Aufwand auf die Bühne bringen.

Man wünscht dem Verein die notwendige Kraft des notwendigen Lobbyismus, diesen Wunsch einer “moderaten Anpassung” an die Politik heran zu tragen. Nicht zuletzt auch, was die Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft verdi angeht. Diese, so schreibt der Verein in einer weiteren Resulution, räubert und ringt um die technischen Mitarbeiter; zum Schaden, so formuliert es der Bühnenverein, der Kunst und Kultur.

Der Verein, der immerhin mehr als 300 Kultureinrichtungen mit annähernd 39.000 Mitarbeitern vertritt, muss dabei aber auch mehr Flagge im Netz zeigen, sich damit befassen, wie genau dort die Situation der Kunst und Kultur empfunden wird. Etwas mehr Netz-Mut im sozialen Netz wäre gut.

cdv!

 

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