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Einen beeindruckenden Beitrag hat Michael Kausch am Wochenende für die FAZ abgeliefert, ein weiteres Addendum auf czyslanski: Die Gesellschaftstheorie des Internets. Oder das, was noch fehlt, was noch definiert oder erst einmal erarbeitet werden muss.

Mein Eindruck: Das Internet in seiner ganzen Dimension wird noch von viel zu wenigen Akteuren begriffen und eingeordnet, kaum jemand denkt konsequent Zukunft, es wird nur gepriesen oder gescholten. Grundlegend, und damit die Bedeutung des Netzes für die Entwicklung etwa unserer oder auch anderer Gesellschaften: Mehr Fehlanzeige.

Beeindruckend, nicht zuletzt bezogen auf den letzten Post hier im Blog, sein Absatz zum Journalismus:

Gleiches gilt für Journalisten. Nur wenige, die sich selbst erfolgreich als Marke etablieren können, werden überleben. Wer aber aus Wochenmarkt und Fußball-Turnier der Kreisklasse nicht besser zu berichten vermag, als der bloggende Karottenkäufer und Sport-Fan, der verliert auf Dauer seine berufliche Existenzberechtigung. Auf eine handwerkliche Überlegenheit sollte sich die journalistische Kaste besser nicht verlassen. Für sie gilt das Gleiche, was oben schon für die Berufsfotografen gesagt wurde: im Netz der Amateure blüht an manchen Orten eine Sprachkraft, der viele Edelfedern nur wenig entgegensetzen können.

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Papier für Internetler? Eine Zeitschrift? Auch noch eine moderne, also eine, die das Leben im Internet und Technik und Zukunft widerspiegelt? Hoher Anspruch, den sich die “wired”, also die deutsche Ausgabe, da aufgestemmt hatte. Kurz vorab: Ich habe nie vorher eine “wired” gelesen, also die Mutter des Ganzen. Habe online mal reingeschaut, und, ach ja, ich lese eigentlich kaum noch Zeitschriften, einzige Ausnahme ist da “brand eins”.

Gespannt war ich dennoch. Schon deshalb, weil ich etliche aus der Redaktion persönlich kenne oder schon mal beim Klassentreffen gesehen habe: Thomas, Christian, Anke, Teresa, …. Und nun?

Ehrlich gesagt: Ich bin enttäuscht! Was aber mal gar nicht so einfach zu erkennen war. Denn die deutsche Einmal-Ausgabe (?) ist schön. Vielleicht ein wenig zu bunt, vielleicht ein wenig zu verworren im Design, aber das ist Geschmacksache, vielleicht ein wenig mit zu viel Gedöns gefüllt.

Und ausnahmsweise muss ich Michael mal zustimmen (kommt sonst nicht so oft vor…), das diese Zeitschrift “mutlos” ist, nicht dreckig genug, nicht provokant genug, nicht Zukunft genug. Nahezu alles, was ich las, hatte ich schon mal gelesen (… in diesem Internet), und die neuen und mir noch unbekannten Geschichten waren alle gut geschrieben (Mindesterwartung), aber auch nur nett. Und nett ist….

Nicht ein einziges Mal wurde ich von einem Beitrag wirklich gefesselt, war es spannend, unbekannt, oder gar provokant. Nix, war ganz normale Bettlektüre, die mich anschließend sanft schlummern ließ. Also irgendwie nicht ausreichend. Denn das erwarte ich schon, wenn ich mit gerade mit diesen Themen auseinander setzen will.

Ich will gar nicht so genau werden, wie Christoph Kappes es hier für die W&V hier getan hat (Warum eigentlich da?), denn nur der Eindruck und meine persönliche Einschätzung ist erst mal hier für mich entscheidend. Was konkret bedeutet: Kaufe ich vielleicht (!) noch ein zweites Mal, und wenn es dann nicht zackiger daher kommt, dann nie mehr.

Warum hat es die “brand eins” denn bei mir geschafft, dass ich mich monatlich zum Zeitschriftenhandel bemühe? Weil sie mutige Themen hat, weil sie mutig schreibt, weil sie Querköpfe findet, die auch mal eine andere Meinung haben. Und genau das will ich haben, denn alles andere ist Mainstream, den ich nicht brauche.

Ehrlich gesagt war ich auch von dem flachen Echo gestern enttäuscht. Aber das ist mittlerweile das kurzlebige Internetgedöns, die Aufmerksamkeitshascherei; über die witzigen Dinge habe ich gelacht, aber eine wirklich fundierte Kritik habe ich erst bei den oben verlinkten gefunden.

Und dann bin ich wieder da, wo ich hier begann. Brauchen die, die sich mit Technik und Zukunft und Internet befassen, eigentlich eine Zeitschrift? Ich glaube nicht. Es ist doch ein Widerspruch, oder irre ich mich da?

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Das Internet bietet neue Möglichkeiten für die politische Zusammenarbeit. Im Zuge der Parteireform will die SPD die Chancen der digitalen Welt nutzen und ihre Mitglieder stärker an inhaltlichen Debatten beteiligen, denn Beteiligung an politischen Prozessen ist der Sozialdemokratie ein Kernanliegen. Auch Menschen, die der Partei nahe stehen, sollen ihre Ideen einbringen können.

Was da so wolkig herparliert wird, war heute Anlass einer kurzen Diskussion auf g+ über einen Beitrag von unserem geschätzten und wortgewaltigen Twitterer Nico Lumma  (“Fahre Bahn”). Und was sich Nico und vielleicht auch andere internetaffine Menschen der SPD gern wünschen, geht dann mal so gar nicht.

Als ich mir das Unterfangen angeschaut hatte, grauste es mich schon auf den ersten Zeilen. Nein, nein, die Inhalte sind völlig  Ordnung, die Ziele nachvollziehbar, der Wunsch nach Besserem, alles in Ordnung. Aber, liebe SPDler, liebe Online-SPDler, müsst ihr denn genau diese Sprache sprechen, die es seit Jahren schafft, nahezu alle Menschen von dieser Politik zu vergraulen? Schafft ihr es nicht, eure Wünsche konkret und knackig auf den Punkt zu bringen?

Dieses Wort-Gewölke ist genau das, was die Menschen nicht mehr wollen. Weil genau das die Politik charakterisiert, die niemand mehr mag. Menschen, die man nicht mehr versteht. Vielleicht gibt es ja bei Scholz & Friends einen guten Texter, der das mal schlau auf eine knappe DIN A5-Seite bringt. Damit zumindest die Menschen im Netz sich erst einmal für diese Wünsche überhaupt interessieren können. Mit so einem neumodischen Zeuchs wie Links könnt ihr dann ja mal stufenweise tiefer gehen.

Die zuweilen burschikose Aufforderung von Nico muss man einfach länger kennen, um sie einordnen zu können. I like, aber ich mache eben auch nicht alles mit.

Aber so, meine Vermutung, lockt ihr von der SPD auch keinen einzigen dazu, bei euch mitzumachen. My 2cents.

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Alles neu macht der August. Auch die neue Internetpräsenz der lokalen Heidenheimer Zeitung, die nun auch internettechnisch unter das Dach der Südwest-Presse geschlüpft ist. Damit ist die Präsenz, die noch bis vor wenigen Tagen aus dem Jahr 2000 anmutete, jetzt Geschichte.

Man jubelt sich zu, spricht vom Meilenstein, und nimmt es dabei nicht ganz so genau. Da mag die Euphorie jetzt über den längst überfälligen Schritt eine Rolle spielen; verkannt wird dabei, dass heute vieles schnell überprüfbar ist. Und wenn der Verleger von mehr als einer Viertelmillion Visits spricht, sagt die offizielle Statistik der IVW eine ganz andere Zahl. Aber…. Schwamm drüber. Künftig wird vermutlich das Online-Angebot der Heidenheimer Zeitung keine eigenen Statistiken mehr ausspucken.

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Gefällt mir außerordentlich gut diese Präsentation, die ich via @markus_siepmann via @tafkap über twitter gefunden habe.

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Keine Fragen mehr! ;-)

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